Literaturnachweis - Detailanzeige
| Autor/in | Sander, Heinz |
|---|---|
| Titel | Rezension zu: Helbig, M. & Nikolai, R. (2019). Bekommen die sozial benachteiligsten Schüler*innen die "besten" Schulen? Eine explorative Studie über den Zusammenhang von Schulqualität und sozialer Zusammensetzung von Schulen am Beispiel Berlins. Discussion paper / Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, Projektgruppe der Präsidentin. P-2019-002. |
| Quelle | In: Forschungsmonitor Schule, (2026) 203, 8 S.Infoseite zur Zeitschrift
PDF als Volltext (Rezension) |
| Beigaben | Literaturangaben |
| Sprache | deutsch |
| Dokumenttyp | online; Zeitschriftenaufsatz |
| ISSN | 2513-0900 |
| Schlagwörter | Soziale Benachteiligung; Soziale Herkunft; Schule; Unterrichtsausfall; Grundschule; Sekundarbereich; Lehrer; Schüler; Lernmittel; Ungleichheit; Sozialer Brennpunkt; Empirische Untersuchung; Finanzierung; Finanzplanung; Finanzpolitik; Statistik; Qualität; Rezension; Zusammensetzung; Personal; Berlin; Deutschland |
| Abstract | Schulen mit einem hohen Anteil an sozial benachteiligten Schülerinnen und Schülern werden oft zusätzliche Mittel zur Verbesserung der schulischen Qualität zugewiesen, was auch dazu dienen soll, gesellschaftlicher Trennung (sozialer Segregation) entgegenzuwirken. Damit lässt sich die Erwartung verbinden, dass diese Schulen eine zumindest vergleichbare Schulqualität aufweisen wie Schulen mit einem unproblematischen sozioökonomischen Umfeld. Entsprechend untersuchten Helbig und Nikolai die Zusammenhänge zwischen verschiedenen Indikatoren der Schulqualität und der sozialen Zusammensetzung der Schülerschaft an 572 Berliner Schulen. Hierfür nutzten sie Daten der Schulstatistik, aus parlamentarischen Anfragen und der Schulinspektionen aus den Jahren 2010-2017 und werteten sie regressionsanalytisch aus. Die soziale Zusammensetzung der Schülerschaft wurde anhand des Anteils lernmittelbefreiter Schülerinnen und Schüler bestimmt. Schulen mit höheren Anteilen lernmittelbefreiter Schülerinnen oder Schüler weisen tendenziell ungünstigere personelle/strukturelle Gegebenheiten auf, beispielsweise hinsichtlich Personalausstattung, Stundenausfall und Lehrpersonal mit Quereinstieg. Darüber hinaus schneiden sie bei Schulqualitätsmerkmalen wie Unterrichtsbedingungen und -prozessen, Schulkultur und schulischen Ergebnissen eher schlechter ab, so dass die Schulqualität an diesen Schulen trotz des vermehrten Mitteleinsatzes vergleichsweise geringer ausfällt. Anzeichen für eine kompensatorische Wirkung der zusätzlich zugewiesenen Mittel deuten sich nur eingeschränkt für die am stärksten belasteten Schulen an. Angesichts der zunehmenden gesellschaftlichen Segregation und der Diskussion um eine (sozial) differenzierte Mittelzuweisung ist die Untersuchung in zweierlei Hinsicht von Bedeutung: Zum einen aufgrund des ermittelten Befundes einer vergleichsweise geringeren Schulqualität, der vor allem in den Diskussionen um faire Ressourcensteuerung berücksichtigt werden sollte. Zum anderen, da sich reichhaltige Perspektiven zu zukünftigen Forschungsthemen wie Schulwahl durch Eltern, Effekte von differenzierten Mittelzuweisungen, Kriterien schulischer Qualität und Querverbindungen zwischen diesen Themen ableiten lassen. (Orig.). |
| Erfasst von | Qualitäts- und UnterstützungsAgentur - Landesinstitut für Schule (QUA-LiS NRW), Soest |
| Update | 2026/4 |