Literaturnachweis - Detailanzeige
| Autor/in | Braune, Holger |
|---|---|
| Titel | Rezension zu: Harks, M. & Hannover, B. (2017). Sympathiebeziehungen unter Peers im Klassenzimmer: Wie gut wissen Lehrpersonen Bescheid? Zeitschrift für Erziehungswissenschaft, 20, 425-448. |
| Quelle | In: Forschungsmonitor Schule, (2026) 202, 6 S.Infoseite zur Zeitschrift
PDF als Volltext (Rezension) |
| Beigaben | Literaturangaben |
| Sprache | deutsch |
| Dokumenttyp | online; Zeitschriftenaufsatz |
| ISSN | 2513-0900 |
| Schlagwörter | Kompetenz; Soziometrie; Affekt; Wahrnehmung; Diagnostik; Schulklasse; Grundschule; Gymnasium; Lehrer; Schüler; Interaktion; Schüler-Schüler-Beziehung; Peer-Group; Soziales Netzwerk; Befragung; Empirische Untersuchung; Fragebogen; Bewertung; Rezension; Gemeinschaftsschule; Deutschland |
| Abstract | Diagnostische Kompetenz von Lehrkräften wird häufig auf die Wahrnehmung von Wissens- und Lernständen bezogen. Harks und Hannover plädieren für ein weiteres Verständnis, welches auch das Wissen um die Sympathiebeziehungen innerhalb einer Lerngruppe umfasst, denn dieses Wissen kann dabei helfen, ein möglichst lernförderliches Arbeitsklima zu etablieren, Mobbing präventiv zu begegnen und in Stresssituationen Sympathiebeziehungen als emotionale Ressource zu nutzen. Daher untersuchen sie folgende Forschungsfragen: Wie gut sind Lehrkräfte in der Lage, die individuellen Sympathiebeziehungen zwischen Schu? lerinnen und Schu? lern innerhalb ihrer Schulklasse zu beschreiben? Ha? ngt die Treffsicherheit der Einschätzungen davon ab, wie lange die Lehrkräfte in der jeweiligen Klasse unterrichten, wie gezielt sie die Peer-Interaktionen beobachten und wie stark ihre Einstellung ist, dass Lehrkräfte für die Qualita? t der Peer-Interaktionen in der Klasse verantwortlich sind? Dazu wurden an 4 Grundschulen und 3 weiterführenden Schulen 821 Schülerinnen und Schüler sowie 39 Klassenleitungslehrkräfte per Fragebogen zu den klassenbezogenen Sympathiebeziehungen befragt. Um die individuellen Sympathienominierungen der Peers mit den Angaben ihrer Klassenleitungen zu vergleichen, wurden Sympathienetzwerke errechnet und über Jaccard-Indices in ein Verhältnis gesetzt. Zudem wurden Bedingungsfaktoren für die Korrektheit der Lehrkräfteeinschätzungen zu den Sympathiebeziehungen anhand von Regressionsanalysen ermittelt. Im Ergebnis replizieren die Lehrkräfte die soziometrischen Sympathienetzwerke ihrer Schülerinnen und Schüler zu knapp einem Drittel. Die Sympathiediagnosen der Grundschullehrkräfte fallen mit 37 % Deckungsgleichheit signifikant treffsicherer aus als die ihrer Kolleginnen und Kollegen aus der Sekundarstufe 1 (25 %). Lehrkräfte beurteilen die Sympathiebeziehungen umso zutreffender, je mehr Stunden sie in der Klasse unterrichten, desto gezielter sie die Peer-Interaktionen beobachten und umso stärker sie sich für die Qualität der Interaktionen verantwortlich fühlen. Harks und Hannover legen eine gut nachvollziehbare Studie zur Diagnosekompetenz von Klassenleitungen bezüglich der Sympathiebeziehungen zwischen ihren Schülerinnen und Schülern vor und sensibilisieren damit für ein wichtiges Thema. Für eine Professionalisierung von Lehrkräften sollte zukünftige Forschung untersuchen, wie sich diagnostizierte Sympathiebeziehungen auf die soziale, moralische und akademische Kompetenzentwicklung der Schülerinnen und Schüler auswirken. (Orig.). |
| Erfasst von | Qualitäts- und UnterstützungsAgentur - Landesinstitut für Schule (QUA-LiS NRW), Soest |
| Update | 2026/4 |