Literaturnachweis - Detailanzeige
| Autor/in | Rogulj, Sarah |
|---|---|
| Titel | Rezension zu: Scherzinger, M., Roth, B. & Wettstein, A. (2021). Pädagogische Interaktionen als Grundbaustein der Lehrperson-Schüler*innen-Beziehung. Die Erfassung mit State Space Grids. Unterrichtswissenschaft, 49, 303-324. |
| Quelle | In: Forschungsmonitor Schule, (2026) 197, 8 S.Infoseite zur Zeitschrift
PDF als Volltext (Rezension) |
| Beigaben | Literaturangaben |
| Sprache | deutsch |
| Dokumenttyp | online; Zeitschriftenaufsatz |
| ISSN | 2513-0900 |
| Schlagwörter | Beziehung; Lehrer-Schüler-Interaktion; Lehren; Videoaufzeichnung; Unterrichtsverhalten; Qualität; Rezension |
| Abstract | Die Qualität der Beziehung zwischen Lehrkräften und ihren Schülerinnen und Schülern (SuS) gilt als wichtige Grundlage für Lehr-Lern-Prozesse und kann sich positiv auf Lernmotivation und Lernleistungen auswirken. Doch wie hängt die Qualität der Lehrkraft-SuS-Beziehung mit den Interaktionen im Unterricht zusammen? Scherzinger, Roth und Wettstein analysierten hierzu 16 videografierte Unterrichtsstunden von 8 Klassen der 5. und 6. Jahrgangsstufe aus dem Kanton Bern. Sie befragten die beteiligten 16 Lehrkräfte und 126 Schülerinnen und Schüler per Fragebogen zur Qualität der Lehrkraft-SuS-Beziehung. Die Videos wurden mit State Space Grids ausgewertet. Dazu wurde das Verhalten zunächst hinsichtlich der beiden Dimensionen "Streben nach Einfluss und Kontrolle" (Agency) sowie "menschliche Wärme" (Communion) auf einer 5-stufigen Skala separat für Lehrkräfte und SuS eingeschätzt. Anschließend wurden die Werte der Lehrkraft und ihrer SuS kombiniert und dadurch die Interaktionen dimensionsweise ermittelt, beispielsweise hohe Agency (4) der Lehrkraft bei gleichzeitig mittlerer Agency (3) der SuS. Auf dieser Grundlage lassen sich die prozentualen Häufigkeiten der aufgetretenen Interaktionsarten und Kennwerte für ihre Variation im Unterrichtsverlauf berechnen. Zudem wurde untersucht, inwiefern die zuvor erfragten Einschätzungen zur Qualität der Lehrkraft-SuS-Beziehung (LS-Beziehung) mit den Interaktionsarten und ihrer Variation korrelieren. Im beobachteten Unterricht überwiegen, wie in anderen Studien, Interaktionen mit mittleren (3) bis hohen (4) Ausprägungen von Agency (70 %) und Communion (75 %). Der Anteil an Interaktionen mit auffällig hohen Agency- oder niedrigen Communion-Ausprägungen betrifft meist die SuS (jeweils ca. 20 %), jedoch kaum die Lehrkräfte (2 % bzw. 4 %). Wenn die SuS die LS-Beziehung positiv einschätzen, sind sie häufiger selbst aktiv und die Lehrkraft agiert eher reaktiv. Dabei kommuniziert meist eine Seite sachlich-nüchtern und die andere freundlich; gegenseitige Unfreundlichkeit tritt seltener auf. Letzteres gilt auch für Lehrkräfte, zudem sind bei ihnen negativere Beziehungseinschätzungen mit mehr Variation der Interaktionsarten verbunden. Die Ergebnisse der Untersuchung sind plausibel und bestätigen weitgehend vorliegende Befunde, wenngleich ihre Aussagekraft aufgrund der selektiven Stichprobe begrenzt ist. Vielversprechend ist das erkennbare innovative Potenzial von State Space Grids, um Effekte der variablen Gestaltung von Schule und Unterricht auf Interaktionen sowie deren Zusammenhänge mit Lernbedingungen und Lernerfolgen zu untersuchen. (Orig.). |
| Erfasst von | Qualitäts- und UnterstützungsAgentur - Landesinstitut für Schule (QUA-LiS NRW), Soest |
| Update | 2026/4 |