Literaturnachweis - Detailanzeige
| Autor/in | Sander, Heinz |
|---|---|
| Titel | Rezension zu: Cwielong, I. A. & Kommer, S. (2020). "Wozu noch Schule, wenn es YouTube gibt?" - Warum eine scheiternde Didaktik neue Formen des selbstorganisierten und selbstbestimmten Lernens fördert. In K. Kaspar, M. Becker-Mrotzek, S. Hofhues, J. König & D. Schmeinck (Hrsg.), Bildung, Schule, Digitalisierung (S. 38-44). |
| Quelle | In: Forschungsmonitor Schule, (2026) 28, 7 S.Infoseite zur Zeitschrift
PDF als Volltext (Rezension) |
| Beigaben | Literaturangaben |
| Sprache | deutsch |
| Dokumenttyp | online; Zeitschriftenaufsatz |
| ISSN | 2513-0900 |
| Schlagwörter | Selbst organisiertes Lernen; Didaktik; Erklärvideo; Selbst gesteuertes Lernen; Selbstgesteuertes Lernen; Selbstreguliertes Lernen; Unterricht; Legitimation; Rezension; Smartphone |
| Abstract | Die zunehmende Zahl an Erklärvideos auf Internetplattformen und deren - seit der Verbreitung des Smartphones - problemlose Erreichbarkeit haben dazu geführt, dass Schülerinnen und Schüler auf ein breites Angebot zugreifen können, das möglicherweise insbesondere in schwach didaktisierten Fächern das Potenzial hat, Lernen deutlich zu verbessern. Dadurch eröffnen sich Räume für selbstorganisiertes und selbstbestimmtes Lernen, die sich nach Einschätzung von Cwielong und Kommer bis hin zu einer Legitimationskrise des traditionellen schulischen Unterrichts ausweiten können. Gleichwohl bestehen umfassende Defizite in der Kenntnis über Anlass, Häufigkeit, Form, Kontext und Ort der Nutzung von Erklärvideos und auch über fachspezifische Differenzen der Nutzung und ihre Verknüpfung mit Lernstrategien ist wenig bekannt. Die Forschenden gehen diesem Desiderat anhand einer Fragebogenstudie mit 682 Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 9 und 11 nach. Die Ergebnisse zeigen, dass mehr als ein Viertel der Befragten mindestens wöchentlich Erklärvideos nutzt und dass dies häufiger für Mathematik, seltener für Deutsch, Englisch oder Geschichte geschieht. Die Nutzung erfolgt häufig per Smartphone zu Hause und wird durch ergänzende Lernstrategien begleitet. Erweist sich ein Erklärvideo als ungeeignet, dann werden weitere Videos zum Thema herangezogen. Jugendliche setzen Erklärvideos vor allem dann ein, wenn sie die Erklärungen im Unterricht nicht verstehen oder wenn sie sich auf Klausuren vorbereiten. Die Untersuchung von Cwielong und Kommer stellt einen wichtigen und sinnvollen Schritt zum Verständnis des Einsatzes von Erklärvideos dar, auch wenn in zukünftigen Arbeiten die Auswertungen noch intensiviert, methodische Schritte besser und vollständiger als in diesem Beitrag geschehen erläutert und manche möglicherweise übertriebenen bzw. ideologischen Aussagen und Erwartungen (etwa zur Legitimationskrise des normalen Unterrichts) dringend präzisiert bzw. abgeschwächt oder empirisch belegt werden müssen. Nichtsdestotrotz hat die Studie das Potenzial, einen sinnvollen Impuls für weitere Forschung zu Erklärvideos zu liefern. (Orig.). |
| Erfasst von | Qualitäts- und UnterstützungsAgentur - Landesinstitut für Schule (QUA-LiS NRW), Soest |
| Update | 2026/4 |