Literaturnachweis - Detailanzeige
| Autor/inn/en | Hohendanner, Christian; Zimmermann, Florian |
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| Titel | Beschäftigung Geflüchteter in deutschen Betrieben. Einfache Tätigkeiten überwiegen. |
| Quelle | Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (2026), ca. 18 S.
PDF als Volltext |
| Reihe | IAB-Forschungsbericht. 2026, 7 |
| Sprache | deutsch |
| Dokumenttyp | online; Monografie; Graue Literatur |
| DOI | 10.48720/IAB.FB.2607 |
| Schlagwörter | Panel; Erwerbstätigkeit; Arbeitsmarktintegration; Beschäftigtenstatistik; Betrieb; Flüchtling; Deutschland |
| Abstract | Die Erwerbsintegration von Geflüchteten wurde bislang selten mit Blick auf die Arbeitgeberseite untersucht. Um diese Lücke zu schließen, wird im vorliegenden Forschungsbericht anhand von Daten des IAB-Betriebspanels untersucht, in welchen Betrieben Geflüchtete Beschäftigung finden. Im Mittelpunkt steht ein Vergleich zweier Phasen der Fluchtmigration nach Deutschland: die Jahre 2017 und 2018, also nach Beginn des Bürgerkriegs in Syrien 2015, sowie die Jahre 2022 bis 2025, also nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Neben der zeitlichen Entwicklung wird die strukturelle Verteilung der Geflüchteten auf Branchen, Sektoren, Betriebe unterschiedlicher Größe sowie Regionen betrachtet. Das IAB-Betriebspanel ermöglicht dabei eine repräsentative Betrachtung der Arbeitgeberseite, die in der bisherigen Forschung zur Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten vergleichsweise selten vorgenommen wurde. Ein zentrales Ergebnis des Berichts ist, dass sich die Zusammensetzung der Betriebe, in denen die Geflüchteten aus den beiden Phasen der Fluchtmigration nach Deutschland jeweils beschäftigt sind, trotz erheblicher Unterschiede in der demografischen Zusammensetzung der beiden Geflüchtetengruppen, kaum voneinander unterscheidet. Während es sich bei den Geflüchteten der großen Flüchtlingsbewegung ab 2015 überwiegend um junge Männer mit geringem formalem Bildungsniveau handelte, sind unter den ukrainischen Geflüchteten Frauen überrepräsentiert. Auch das formelle Qualifikationsniveau ist deutlich höher. Gleichwohl fällt die Branchenverteilung beider Gruppen nahezu identisch aus. Ein erheblicher Teil der Erklärung dürften die bei beiden Gruppen vorhandenen Sprachbarrieren sein sowie die häufig fehlende Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse, die den Zugang zu qualifikationsadäquaten Tätigkeiten erschweren. In beiden Zeiträumen konzentriert sich die Beschäftigung Geflüchteter auf wenige Branchen mit geringen formalen Zugangsvoraussetzungen. Besonders stark überrepräsentiert sind die Arbeitnehmerüberlassung sowie Wach- und Sicherheitsdienste und der Garten- und Landschaftsbau (je nach betrachtetem Jahr 16 bis 26 Prozent) und das Gastgewerbe (je nach betrachtetem Jahr 14 bis 18 Prozent), während diese Branchen zusammen je nach betrachtetem Jahr nur rund 10 bis 12 Prozent der Gesamtbeschäftigung in Deutschland ausmachen. Demgegenüber sind Geflüchtete in Branchen mit hohen Sprach- und Qualifikationsanforderungen, darunter das Gesundheits- und Sozialwesen, die öffentliche Verwaltung sowie unternehmensnahe Dienstleistungen, gemessen an ihrem Anteil an der Gesamtbeschäftigung deutlich unterrepräsentiert. Dies gilt bei den ukrainischen Geflüchteten auch für den frauendominierten sozialen Sektor, obwohl dieser Sektor einen erheblichen Fachkräftebedarf aufweist und der Frauenanteil unter den ukrainischen Geflüchteten hoch ist. Zugleich arbeiten Geflüchtete beider Kohorten häufiger in kleinen und mittleren Betrieben als in Großbetrieben, obwohl letztere gemessen an der Gesamtbeschäftigung erheblich bedeutsamer sind. The labour market integration of refugees has seldom been studied from the employers' perspective. To address this gap, this research report utilizes data from the IAB Establishment Panel to examine which establishments employ refugees, focusing on a comparison of two distinct phases of refugee migration to Germany. Specifically, it examines the years 2017-2018, following the onset of the Syrian civil war, and 2022-2025, following the Russian invasion of Ukraine. Beyond changes over time, the report also examines the distribution of refugees across industries, sectors, establishment sizes, and regions. The IAB Establishment Panel enables a representative analysis of the employer side - a perspective that has remained underrepresented in previous research. A key finding is that despite substantial differences in demographic composition between the two cohorts, the establishments employing them are surprisingly similar. While refugees from 2015 were predominantly young men with lower levels of formal education, women are overrepresented among Ukrainian refugees, who also possess higher formal qualifications. Nevertheless, the distribution across industries of both groups remains remarkably alike. Potential explanations include shared language barriers and the lack of recognition for foreign qualifications, both of which hinder access to jobs commensurate with their skill levels. In both migration phases, refugee employment is concentrated in a few industries with low formal entry requirements. Temporary agency work (16 to 26 percent) and accommodation and food services (14 to 18 percent) are particularly overrepresented, despite these industries accounting for only 10 to 12 percent of total employment in Germany. In contrast, refugees are underrepresented in industries with demanding language and qualification requirements, such as healthcare, public administration, and business services. Notably, this underrepresentation persists for Ukrainian refugees in the female-dominated social sector, despite high labour demand and the high proportion of women in this cohort. Regarding establishment size, refugees from both cohorts are more likely to find work in small and medium-sized enterprises (SMEs) than in large establishments, even though the latter represent a larger share of overall employment. |
| Erfasst von | ZBW - Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft, Kiel |
| Update | 2026/4 |