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Autor/inn/enBerth, Felix; Derr, Regine; Gulowski, Rebecca; Hank, Dominik; Kindler, Heinz; Kirchberg, Anne; Paulus, Mareike; Sohler, Pia
TitelUnrechtserfahrungen von Kindern und Jugendlichen im Rahmen von Unterbringungen durch das Jugendamt der Landeshauptstadt München (1945 bis 1990).
Paralleltitel: Experiences of injustice suffered by children and adolescents in institutional placements by the youth welfare office of the city of Munich (1945-1990).
QuelleIn: Soziale Passagen, 17 (2025) 2, S. 727-732
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Sprachedeutsch
Dokumenttyponline; Zeitschriftenaufsatz
ISSN1867-0180; 1867-0199
DOI10.25656/01:35593 10.1007/s12592-025-00568-1
URNurn:nbn:de:0111-pedocs-355932
SchlagwörterBildungsgeschichte; Sozialgeschichte; Unrecht; Interview; Heimunterbringung; 20. Jahrhundert; Akte; Jugendamt; München
AbstractSeit zwei Jahrzehnten wird die Geschichte der familienersetzenden Erziehung in der Bundesrepublik intensiv erforscht. Während zunächst Gewalt in der Heimerziehung und Behindertenhilfe im Fokus stand, erweiterte sich das Interesse ab 2011 auf Internate und das institutionelle Handeln der großen Kirchen sowie säkularer Organisationen. Das hier vorgestellte Projekt ist Teil dieser Aufarbeitungsversuche und thematisiert Unrechtserfahrungen von Kindern und Jugendlichen im Rahmen von Unterbringungen durch das Jugendamt der Landeshauptstadt München zwischen 1945 und 1990. Dabei wird systematisch nach psychischer, physischer und sexualisierter Gewalt sowie möglichen Täter*innen-Netzwerken gesucht. Methodisch kombiniert das Projekt Archivanalysen mit Interviews. So werden rund 600 zufällig gezogene Heimakten sowie ergänzend mehr als 70 Vormundschaftsakten aus drei städtischen Heimen untersucht, um strukturelle Bedingungen der Gewalt sowie institutionelle Unterschiede herauszuarbeiten. Parallel dazu finden Interviews mit Betroffenen sowie ehemaligen Mitarbeiter*innen des Jugendamts statt, um biografische Folgen, institutionelle Routinen und mögliche Verantwortlichkeiten zu identifizieren. Besonderes Augenmerk liegt auf einer theoriegeleiteten, differenzierten Auseinandersetzung mit dem Begriff des Täter*innen-Netzwerks. (DIPF/Orig.).

Over the past two decades, the history of residential care in Germany has been the subject of intensive scholarly investigation. While early research focused primarily on violence in residential care and services for people with disabilities, since 2011 attention has expanded to boarding schools, as well as the institutional practices of major religious and secular organizations. The project presented here investigates experiences of injustice among children and adolescents placed in care by the Youth Welfare Office of the City of Munich (1945-1990). The study systematically examines instances of psychological, physical, and sexual violence, as well as the existence of potential perpetrator networks. Methodologically, it combines archival analysis with qualitative interviews. Approximately 600 residential care records and 75 guardianship files were randomly selected and are analyzed across three time periods and institutions. In parallel, interviews are conducted with survivors and former employees of the youth welfare office to reconstruct biographical consequences, institutional routines, and potential individual accountability. A particular focus is placed on developing a theoretically grounded and nuanced approach to the concept of perpetrator networks, moving beyond binary classifications. (DIPF/Orig.).
Erfasst vonDIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation, Frankfurt am Main
Update2026/4
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