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Autor/inTurba, Hannu
TitelZur Rezeption institutioneller Komplexität. Straßenzeitungs(ver)kauf zwischen ethischem Konsum, Hilfe zur Selbsthilfe und pragmatischer Überlebensstrategie.
Paralleltitel: Differing perceptions of institutional complexity. Street papers between ethical consumerism, empowerment and survival strategy.
QuelleIn: Soziale Passagen, 17 (2025) 2, S. 463-478
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Sprachedeutsch
Dokumenttyponline; Zeitschriftenaufsatz
ISSN1867-0180; 1867-0199
DOI10.25656/01:35592 10.1007/s12592-025-00548-5
URNurn:nbn:de:0111-pedocs-355921
SchlagwörterPaternalismus; Soziale Partizipation; Zeitung; Ethisches Handeln; Mitleid; Interview; Konsum; Soziale Arbeit; Anerkennung; Obdachloser
AbstractStraßenzeitungsprojekte bergen ein besonderes Potenzial für institutionelle Komplexität, indem sie eine Logik des Marktes und (Selbst-)Unternehmertums mit einer karitativen Logik verbinden. Der Beitrag geht im Rückgriff auf Deutungen von Käufer*innen, Verkäufer*innen und Projektverantwortlichen der Frage nach, wie diese Gruppen solche unterschiedlichen Logiken sinnstiftend in Relation setzen. Als Sonderfall ethischen Konsums bietet der Straßenzeitungs(ver)kauf interessantes Anschauungsmaterial für die im Diskurs über institutionelle Komplexität bislang kaum betrachtete Perspektive ihrer "Rezipient*innen" sowie deren Bezug zu akteurs- und organisationsseitigen Intentionen. Damit verbinden sich theoretische Fragen nach den Verwirklichungschancen von sozialer Teilhabe und Anerkennungsgewinnen im Kontext tendenziell paternalistischer und mitleidsökonomischer Arrangements. Die Gegenüberstellung der verschiedenen Gruppen zeigt, dass sich deren Perspektiven in zentralen Aspekten unterscheiden. Dabei scheint die Frage, wie diese Sinngebungen aufeinander bezogen sind, vor allem deshalb interessant, weil die Verwirklichungschancen des Teilhabeversprechens, welches Straßenzeitungsprojekten innewohnt, entscheidend durch die erzielte Außenwirkung beeinflusst werden, die sich nicht zuletzt im Verkaufsakt selbst manifestiert. Da dieses Versprechen nur begrenzt eingelöst werden kann, versuchen die Projekte, Teilhabe durch die Verbreitung einer positiven Botschaft zu fördern. Diese beinhaltet - neben politischen Appellen mit dem Ziel einer Beendigung von Armut, Obdachlosigkeit und daraus folgendem Elend - das Erzählen einer stimmigen Geschichte, die am Ende vor allem von guter Hoffnung lebt. (DIPF/Orig.).

Combining logics of the market and entrepreneurship with logics of charity and social welfare, street paper projects are generally characterized by a high degree of institutional complexity. Drawing on interviews and focus groups with street paper buyers, vendors and project managers, the article explores the question of how each of these groups relate to business and charity logics, trying to combine them in a meaningful way. The analysis provides insights regarding the perspective of "resource and product consumers", which has hardly been considered in the previous discourse on institutional complexity in the field of social welfare. The findings raise questions about the chances of realizing social inclusion and gains in recognition by arrangements that typically imply some element of paternalism and a specific economy of charity. At the same time, it becomes obvious that the buyers' views often differ both from the street paper vendors and the people involved in the projects behind them. The question of how these views are related to each other is particularly relevant, because the realization of the promise of inclusion inherent in street paper projects decisively depends on spreading the "good news". (DIPF/Orig.).
Erfasst vonDIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation, Frankfurt am Main
Update2026/4
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