Literaturnachweis - Detailanzeige
| Autor/in | Teich, Paula |
|---|---|
| Titel | Physical fitness of children - Associations with time of school enrollment, the Covid-19 pandemic, school social status, and time of assessment within the school year. |
| Quelle | Potsdam: Universität Potsdam (2025), IX, 250 S.
PDF als Volltext (1); PDF als Volltext (2); PDF als Volltext (3); PDF als Volltext (4) Dissertation, Universität Potsdam, 2025. |
| Sprache | englisch |
| Dokumenttyp | online; Monografie |
| DOI | 10.25932/publishup-68160 |
| URN | urn:nbn:de:kobv:517-opus4-681606 |
| Schlagwörter | Jugend; Kind; COVID-19; Pandemie; Dissertation; Internationaler Vergleich |
| Abstract | Hintergrund und Forschungsziele. Die motorische Fitness ist verbunden mit der körperlichen Gesundheit, kognitiven Leistungsfähigkeit und dem Wohlbefinden von Kindern. Die Entwicklung der motorischen Fitness wird durch kindspezifische Merkmale wie Alter oder Geschlecht und durch Merkmale ihrer Lebensumgebung beeinflusst. Die vorliegende Dissertation untersuchte den Zusammenhang der motorischen Fitness mit vier Faktoren: (1) Einschulungszeitpunkt, (2) Covid-19-Pandemie, (3) Sozialstatus der Schule und (4) Testzeitpunkt innerhalb eines Schuljahres. Der Einschulungszeitpunkt steht im Zusammenhang mit schulischen Leistungen von Kindern, wobei einige Studien auf geringere Leistungen von Kindern mit verspäteter Einschulung (Spätlinge) im Vergleich zu stichtagsgerecht eingeschulten Kindern (Stichtagskinder) hinweisen. Es gibt bisher wenige Befunde zum Zusammenhang zwischen Einschulungszeitpunkt und Fitness. Wir verglichen die Fitness von gleichaltrigen Stichtagskindern und Spätlingen und untersuchten ihre längsschnittliche Entwicklung über zwei Jahre. Die vorliegende Dissertation untersuchte außerdem, ob Lockdowns während der Covid-19-Pandemie mit Veränderungen der motorischen Fitness von DrittklässlerInnen einhergingen. Bisherige Studien weisen darauf hin, dass sich die Auswirkungen der Pandemie je nach sozioökonomischem Status unterschieden haben könnten. Daher wurde untersucht, ob sich die Effekte der Covid-19-Pandemie und die Entwicklung der motorischen Fitness nach der Pandemie im Bundesland Brandenburg nach Schulsozialstatus unterschieden. Ein weiteres Ziel dieser Dissertation war, die Effekte des Testzeitpunkts innerhalb eines Schuljahres auf die motorische Fitness von DrittklässlerInnen zu testen. Die Dissoziation von oftmals konfundierten Alters- und Testzeitpunkteffekten ist eine methodische Herausforderung in der Entwicklungswissenschaft. Beispielsweise kann eine bessere Fitness später im Schuljahr sowohl durch akkumulierte körperliche Aktivität im Laufe des Jahres als auch durch altersbedingtes Wachstum der Kinder bedingt sein. Wir testeten, ob Kinder in der zweiten Hälfte der dritten Klasse, adjustiert für Alter, eine bessere Fitness als in der ersten Schuljahreshälfte aufwiesen. Methodik. Daten kamen aus dem EMOTIKON-Projekt, einer jährlichen Erhebung der motorischen Fitness von Kindern der dritten Klasse, die in allen öffentlichen Grundschulen im Bundesland Brandenburg durchgeführt wird. Sieben Tests untersuchten die kardiorespiratorische Ausdauer (6-Minuten-Lauf), Koordination unter Zeitdruck (Sternlauf), Schnelligkeit (20m-Sprint), Schnellkraft der Beine (powerLOW, Standweitsprung) und Arme (powerUP, Medizinballstoßen), statisches Gleichgewicht (Einbeinstand) und Beweglichkeit (Rumpfbeuge). In der ersten Studie verglichen wir Stichtagskinder und Spätlinge im Alter von 9,5 und 10,5 Jahren und untersuchten ihre Entwicklung von der dritten bis zur fünften Klasse. Die anderen Studien verwendeten Daten von DrittklässlerInnen aus verschiedenen Kohorten. In allen Studien nutzten wir Linear Mixed Models mit Zufallsfaktoren Kind und Schule. Regression Discontinuity Designs untersuchten Effekte der Covid-Pandemie oder des Testzeitpunkts unter Berücksichtigung säkularer Trends und des Alters der Kinder. Ergebnisse. Im gleichen durchschnittlichen Alter zeigten Stichtagskinder eine bessere motorische Fitness als Spätlinge. Allerdings entwickelten sich beide Gruppen positiv und mit ähnlichen Entwicklungsraten von der dritten bis zur fünften Klasse in allen Fitnesskomponenten (Ausnahme: Ausdauer stagnierte nach vierter Klasse). Die Covid-19-Pandemie ging mit kleinen Fitnessveränderungen einher. In den Pandemie-Kohorten (2020-22) zeigten Stichtagskinder eine geringere Ausdauer, Koordination, Schnelligkeit und PowerUP, aber besseres Gleichgewicht und PowerLOW als vor der Pandemie (2016-19). Nach Berücksichtigung säkularer Trends zeigten sich am ersten Schultag des Schuljahres 2020/21 kleine negative Pandemieeffekte auf die Ausdauer, Koordination, Schnelligkeit und PowerUP. Koordination und PowerUP verbesserten sich nach der Pandemie. Bei Spätlingen war die Pandemie mit stärkeren Beeinträchtigungen in der Ausdauer, PowerUP und im Gleichgewicht verbunden. Schulen mit höherem Sozialstatus wiesen eine bessere Fitness, stärkere Pandemieeffekte in Koordination und Schnelligkeit sowie eine positivere postpandemische Entwicklung der Koordination auf. In der letzten Studie dieser Dissertation fanden wir Unterschiede in der motorischen Fitness abhängig vom Testzeitpunkt innerhalb des Schuljahres. Bei Befücksichtigung des Alters der Kinder zeigten Stichtagskinder im zweiten Schulhalbjahr bessere Leistungen in Koordination, Schnelligkeit und PowerUP als im ersten Schulhalbjahr. Schulen mit geringer durchschnittlicher Fitness wiesen stärkere Verbesserungen vom ersten bis zum zweiten Schulhalbjahr auf. Schlussfolgerung. Die vorliegende Dissertation fand Zusammenhänge zwischen motorischer Fitness von Kindern und dem Einschulungszeitpunkt, der Covid-Pandemie, dem Schulsozialstatus und dem Testzeitpunkt innerhalb eines Schuljahres. Regelmäßige Testungen der motorischen Fitness liefern Informationen über Gesundheitstrends und können Gruppen oder Regionen mit Bedarf an gesundheitsfördernden Maßnahmen identifizieren. Kinder mit verspäteter Einschulung und in Schulen mit niedrigem Sozialstatus weisen ein besonderes Risiko für geringe Fitness auf. Pandemiebedingte Fitnesseinbußen und Testzeitpunkteffekte verdeutlichen die Relevanz von Sportmöglichkeiten für die Fitnessentwicklung. Interventionen zur Verbesserung der Fitness können in allen für die kindliche Entwicklung relevanten Lebensumwelten ansetzen, einschließlich der Familie und Schule, sowie politische Maßnahmen beinhalten. Die Zusammenhänge von motorischer Fitness mit Einschulungszeitpunkt und Testzeitpunkt können bei der Erstellung von Normwerten oder bei der Bewertung kindlicher Leistungen berücksichtigt werden. (übernommen). Background and research objectives. Physical fitness is related to children´s physical health, cognitive performance and well-being. Children´s fitness development is affected by child-specific characteristics like age or gender, and by factors associated with their living environment. The present dissertation examines four factors potentially associated with children´s fitness, namely (1) time of school enrollment, (2) the Covid-19 pandemic, (3) school social status, and (4) time of assessment within the school year. Time of school enrollment is associated with children´s academic performance, with some research indicating lower performances for children with delayed school entry (older-than-keyage children, OTK) compared to children enrolled based on the legal key date (keyage children). Research on the association between time of school enrollment and physical fitness is limited. We compared the fitness of keyage and OTK children at the same average ages and examined their longitudinal development over two years. The next research goal of this thesis was to examine whether temporary Covid-19 pandemic lockdowns were associated with changes in third-graders´ fitness. As previous reports indicated that pandemic effects may have differed by socioeconomic background, we tested whether Covid-19 pandemic effects and post-pandemic rebounds in the German Federal State of Brandenburg differed by school social status. The final goal of this dissertation was to dissociate effects of time of assessment within a school year from age effects on third-graders´ physical fitness. Dissociation of these effects is a methodological challenge, as better fitness later in the school year may be related to greater amounts of accumulated physical activity throughout the year, but also to children´s age-related growth. We thus tested whether children exhibited better physical fitness in the second than in the first half of third grade while adjusting for children´s ages. Methods. We used data from the EMOTIKON project, an annual assessment of third-graders´ physical fitness conducted in all public primary schools in the German Federal State of Brandenburg. Seven physical fitness tests assessed cardiorespiratory endurance (6-min run), coordination under time pressure (star-run), sprint speed (20m sprint), lower (powerLOW, standing long jump), and upper limbs muscle power (powerUP, ball-push test), static balance (one-legged-stance), and flexibility (stand-and-reach test). In the first paper, we compared keyage and OTK children at the average ages of 9.5 and 10.5 years (across different school grades), and examined their development from third to fifth grade. In the other papers, we used data from third-graders tested in different cohorts. In all papers, we conducted linear mixed models with random factors child and school. Regression discontinuity designs tested Covid pandemic effects or effects of time of assessment while adjusting for secular trends and children´s ages. Results. At the same average chronological ages, keyage children exhibited better physical fitness than OTK children. However, both groups developed positively and at similar rates from third to fifth grade in all fitness components (exception: cardiorespiratory endurance stagnated after fourth grade). The Covid-19 pandemic was associated with small fitness changes. In pandemic cohorts (2020-22), keyage third-graders exhibited lower cardiorespiratory endurance, coordination, speed, and powerUP, but better powerLOW and balance, compared to pre-pandemic cohorts (2016-19). When adjusting for secular trends, pandemic effects at the first day of school in school year 2020/21 were small and negative in cardiorespiratory endurance, coordination, speed, and powerUP. Post-pandemic improvements were restricted to coordination and powerUP. For OTK children, impairments in cardiorespiratory endurance, powerUP and balance were larger in pandemic than in pre-pandemic cohorts. Higher school social status was associated with better fitness, more pronounced pandemic effects in coordination and speed, and larger coordination rebounds. Finally, we found that physical fitness differs by time of assessment within the school year. When adjusting for children´s ages, keyage third-graders exhibited better coordination, speed, and powerUP in the second compared to the first school term. Fitness improvements from first to second school term were more pronounced in schools with lower average fitness. Conclusion. The present dissertation showed associations of children´s physical fitness with time of school enrollment, the Covid-19 pandemic, school social status, and time of assessment within the school year. Regular physical fitness assessments can inform about temporal health trends and identify groups or regions in need of health-promoting interventions. Children with delayed school enrollment and in schools with low social status may be at particular risk of low fitness. Pandemic-related fitness losses and assessment time effects illustrate the importance of sports opportunities for children´s fitness development. Interventions to improve fitness may target all systems relevant for childhood development, including the family, school, and governmental policies. Effects of time of school enrollment and time of assessment may be considered when developing norm values or when grading children´s performances. (übernommen). |
| Erfasst von | Deutsche Nationalbibliothek, Frankfurt am Main |
| Update | 2026/4 |