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Autor/inBrandt, Ariadne Pauline Liane
TitelExecutive functions from middle childhood to early adolescence: A person-oriented perspective of performance patterns, longitudinal transitions, and correlates.
QuellePotsdam: Universität Potsdam (2025), 185 S.
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Dissertation, Universität Potsdam, 2025.
Spracheenglisch
Dokumenttyponline; Monografie
DOI10.25932/publishup-68957
URNurn:nbn:de:kobv:517-opus4-689576
SchlagwörterEntwicklungspsychologie; Jugend; Kind; Dissertation
AbstractExekutive Funktionen (EF) sind kognitive Fähigkeiten, die kontrolliertes und zielgerichtetes Verhalten ermöglichen und somit für akademischen und sozialen Erfolg unerlässlich sind. Theoretische Ansätze unterscheiden zwischen basalen "kühlen" EF-Facetten und komplexeren "heißen" EF-Facetten. Bisherige Forschungsansätze verfolgten meist einen variablenorientierten Ansatz zur Untersuchung von EF-Facetten und deren Entwicklung. Der Fokus lag daher auf der EF-Differenzierung und der EF-Faktorenstruktur in großen aggregierten Stichproben. Im Gegensatz dazu verfolgte diese Arbeit einen personenorientierten Ansatz zur Untersuchung der Entwicklung verschiedener EF-Facetten von der mittleren Kindheit (6-11 Jahre) bis zur frühen Adoleszenz (9-13 Jahre). Der Schwerpunkt lag dabei auf der Identifizierung latenter EF-Fähigkeitsprofile und Profilzugehörigkeit im Zeitverlauf. Inter- und intraindividuelle Unterschiede in EF-Stärken und -Schwächen wurden in relevanten Subgruppen mit unter-, durchschnittlicher und überdurchschnittlicher EF-Fähigkeiten über drei Zeitpunkte hinweg berücksichtigt. Drei übergreifende Forschungsfragen wurden gestellt und mithilfe von drei Publikationen (I - III) adressiert. Alle drei Publikationen basierten auf Daten einer longitudinalen multimethodischen Kohortenstudie mit Berichten von 1.657 deutschen Kindern. Die drei für diese Arbeit zentralen kühlen EF (Inhibition, Arbeitsgedächtniss Updating, kognitive Flexibilität) und zwei heißen EF (Entscheidungsfindung [DM], Belohnungsaufschub) wurden verhaltensbasiert gemessen. In Paper I verwendeten wir eine latente Profilanalyse, um unterschiedliche Profile aller fünf EF-Facetten zu T1 zu identifizieren (mittleres Alter = 8,36, SD = 0,95, 52,1 % Mädchen). Vier latente Profile wurden identifiziert und mit soziodemografischen Merkmalen im Querschnitt in Beziehung gesetzt und auch zur longitudinalen Vorhersage selbstregulatorischer Fähigkeiten ein und drei Jahre später verwendet. In Paper II haben wir die EF-Profile zu T1 repliziert und weitere EF-Profile zu Zeitpunkten T2 (mittleres Alter = 9,11, SD = 0,93, 51,8 % Mädchen) und T3 (mittleres Alter = 11,06, SD = 0,92, 51,4 % Mädchen) ermittelt. Dann wurde eine latente Transitionsanalyse verwendet, um wahrscheinliche Profilmitgliedschaftsübergänge von T1 nach T2 und von T2 nach T3 zu untersuchen. Es wurden sowohl Muster der Stabilität als auch der Veränderung der Profilzugehörigkeit beobachtet. In Paper III haben wir die zuvor in Paper II zu T3 identifizierten latenten EF-Profile zusammen mit Theory of Mind in mehrgruppigen Strukturgleichungsmodellen verwendet, um vier Stile der sozialen Informationsverarbeitung in der Adoleszenz 8 Jahre später (T4; mittleres Alter = 18,92, SD = 1,05, 54,4 % Mädchen) vorherzusagen. Paper I und II zeigten signifikante inter- und intraindividuelle Variabilität der EF-Fähigkeiten während der mittleren Kindheit und frühen Adoleszenz: Zu jedem Zeitpunkt (T1-T3) wurden vier latente Profile identifiziert, denen die Kinder der Stichprobe über eine personenspezifische Mitgliedschaftswahrscheinlichkeit zugeordnet wurden. Über 30% der Kinder wichen zu jedem Zeitpunkt (T1-T3) von einem normativen Durchschnittsprofil ab. Latente Profile, darunter das Profil "Regulated DM" (überdurchschnittliche Fähigkeit, regulierte anstatt affektive Entscheidungen zu treffen; T1-T2) und das Profil "Low Delay" (unterdurchschnittliche Fähigkeit, unmittelbare Belohnungen zugunsten zukünftiger größerer Belohnungen aufzuschieben; T1-T3), zeigten, dass Profilstärken und -schwächen nicht über alle EF-Facetten der kühlen oder heißen EF-Faktoren gleichzeitig auftraten, sondern für einzelne EF. Paper II zeigte, dass die Entwicklung von EF keiner einzigen Trajektorie folgte. Vielmehr traten in verschiedenen Profilen zahlreiche Transitionen und Muster von EF-Zuwachs, aber auch -Abnahme gleichzeitig auf. Bei einigen Personen wurde ein "catch-up" Effekt beobachtet (z. B. die Auflösung eines Risikoprofils mit geringer Inhibition zwischen T2 und T3), während bei anderen Personen eine Fähigkeitsabnahme zu verzeichnen war (z. B. die zunehmende Prävalenz des Profils mit geringem Belohnungsaufschub von T1 zu T3). Die Paper I - III haben gezeigt, dass unterschiedliche latente EF-Profile im mittleren Kindesalter und in der frühen Adoleszenz mit demografischen Variablen und kognitiven Fähigkeiten, einschließlich sozioökonomischem Status und Verarbeitungsgeschwindigkeit, sowie der daraus resultierenden Selbstregulierung verbunden waren. Interessanterweise sagte die Zugehörigkeit im "high-hot-EF" Profil zu T3 (überdurchschnittliche Entscheidungsfindung und Belohnungsaufschub) günstige, nicht-aggressive Stile der sozialen Informationsverarbeitung zu T4 vorher. Diese Arbeit zeigte, wie seltene Muster von EF-Fähigkeiten und EF-Entwicklung in variablenorientierten Methoden marginalisiert oder übersehen werden können, welche sich stattdessen auf allgemeine Trends wie die Entwicklung einer übergreifenden kühlen EF-Faktorenstruktur konzentrieren. Die Arbeit verdeutlichte zudem, wie heiße EF im Laufe der Adoleszenz für die Profilbildung und Ergebnisvorhersage zunehmend an Bedeutung gewinnt und dass sowohl die Stärken als auch die Schwächen der EF pro Individuum nicht in Stein gemeißelt sind. Abschließend argumentierte diese Arbeit für die Bedeutung der Berücksichtigung personenorientierter Ansätze neben variablenorientierten Ansätzen im Bereich der kognitiven Entwicklungspsychologie, um die Bandbreite der normativen EF-Entwicklung in Kindheit und Jugend besser zu verstehen. (übernommen).

Executive functions (EF) refer to cognitive abilities that allow for supervised and goal oriented behavior, making EF essential for both academic and social success. Theoretical accounts differentiate between basal, cool EF facets and more complex hot EF facets. Most research to date has adopted a variable-oriented approach to the study of EF facets and EF development. Therefore, research was focused on EF differentiation and it's emerging factor structure across larger aggregated samples. In contrast, this thesis adopted a person-oriented approach to the study of the development of different EF facets from middle childhood (6-11 years) through to early adolescence (9-13 years), thereby focusing on the identification of latent EF performance profiles and performance transitions across time. Inter- and intraindividual differences in EF strengths and weaknesses were considered across meaningful performance subgroups characterized by below-, average, and above-average EF performance over three timepoints. Three overarching research questions were posed and addressed with the help of three Research Papers (I - III). All three Papers relied on data collected within a longitudinal multi-method cohort study including reports from 1,657 German children. The three cool EF (inhibition, working memory updating, cognitive flexibility) and two hot EF (decision-making [DM], delay of gratification) central to this thesis were measured behaviorally. In Paper I, we used latent profile analysis to identify differing profiles of below-, average and above-average manifestations of all five EF facets at T1 (mean age = 8.36, SD = 0.95, 52.1% girls). Four latent profiles were identified and related to cross-sectional socio-demographic characteristics and also used for the longitudinal prediction of self-regulatory outcomes 1 and 3 years later. In Paper II, we replicated T1 EF profiles and identified ensuing EF performance profiles at further timepoints T2 (mean age = 9.11, SD = 0.93, 51.8% girls) and T3 (mean age = 11.06, SD = 0.92, 51.4% girls). We then used latent transition analysis to examine likely profile membership transitions from T1 to T2, and from T2 to T3. Both patterns of profile membership stability and change were observed. In Paper III, we employed the latent EF profiles previously identified in Paper II at T3, along with concurrent theory of mind, within multigroup structural equation models (SEM) to predict four styles of social information processing in late adolescence 8 years later (T4; mean age = 18.92, SD = 1.05, 54.4% girls). Papers I and II demonstrated significant inter- and intraindividual variability in EF expression throughout middle childhood and early adolescence: Four latent profiles were identified at each timepoint (T1-T3) into which individuals of the sample were sorted via a person-specific membership probability. Over 30% of individuals deviated from an observed normative all-average profile at any point in time (T1-T3). Latent profiles including the regulated-DM profile (above-average ability to make regulated, rather than affective decisions; T1-T2) and the low-delay profile (below-average ability to delay immediate rewards in favor of future larger rewards; T1-T3), demonstrated that profile strengths and weaknesses did not occur across the cool or hot EF factors in unison, but rather for individual EF facets. Paper II demonstrated that EF development did not follow a single trajectory. Rather, a multitude of transitions and patterns of EF growth but also decline co-occurred for differing subgroups within this typically developing sample. A catch-up effect was observed for some individuals (e.g., the dissolution of a low-inhibition "risk" profile between T2 and T3), while a performance dip was observed for other individuals (e.g., the increasing prevalence of the low-delay profile from T1 to T3). Papers I - III demonstrated that varying latent profiles of EF across middle childhood and early adolescence were associated with concurrent demographic variables and cognitive abilities including socio-economic status and processing speed, and also consequent self-regulation. Profiles were further associated with consequent social cognition. Of interest, membership in the T3 high-hot EF profile (above-average DM and delay of gratification) predicted favorable non-aggressive styles of social information processing at T4. The thesis demonstrated how less prevalent patterns in EF ability and development may be marginalized or overlooked in variable-oriented methods, which focus on overall trends such as the development of an overarching cool EF factor structure instead. The thesis further illuminated how hot EF become increasingly important for profile formation and outcome prediction as adolescence progresses, and that both EF strengths and weaknesses per individual are not set in stone. In conclusion, this thesis argued for the importance of considering person-oriented approaches alongside variable-oriented approaches within the field of cognitive developmental psychology in order to better understand the ranges of normative EF development across childhood and adolescence. (übernommen).
Erfasst vonDeutsche Nationalbibliothek, Frankfurt am Main
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