Literaturnachweis - Detailanzeige
| Autor/inn/en | Radl, Jonas; Requena, Miguel; Swarr, Madeline |
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| Titel | Family Structure and Cognitive Effort: Examining the Influence of Living with a Single Parent on Children's Task Engagement. Gefälligkeitsübersetzung: Familienstruktur und kognitive Anstrengung: Der Einfluss der Abwesenheit eines Elternteils auf das Engagement von Kindern. |
| Quelle | In: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 78 (2026) 2, S. 395-412Infoseite zur Zeitschrift
PDF als Volltext |
| Sprache | englisch |
| Dokumenttyp | online; Zeitschriftenaufsatz |
| ISSN | 1861-891X |
| DOI | 10.1007/s11577-026-01082-9 |
| Schlagwörter | Familienform; Kognitive Kompetenz; Kind; Grundschule; Internationaler Vergleich; Allein erziehender Elternteil |
| Abstract | Dieser Kurzbericht untersucht den Zusammenhang zwischen der Familienstruktur und der kognitiven Anstrengung von Fünftklässlern in Madrid und Berlin. Während bestehende Studien die Abwesenheit eines Elternteils häufig mit geringerem Schulerfolg verknüpfen, wurde der Einfluss auf die kindliche Anstrengungsbereitschaft bislang kaum erforscht. Um diese Forschungslücke zu schließen, nutzt die vorliegende Studie ein neuartiges verhaltensbasiertes Maß für kognitive Anstrengung - anstelle von umfragebasierten Proxy-Variablen. Die Datengrundlage umfasst 1359 Schülerinnen und Schüler aus 62 Klassen. Die Anstrengung wurde über die Leistung in drei inzentivierten "Real-Effort"-Aufgaben (AX-, Simon- und Slider-Task) gemessen. Mittels linearer Zwei-Ebenen-Regressionsmodelle und multipler Imputation wurde das Anstrengungsverhalten der Kinder unter Kontrolle ihrer kognitiven Fähigkeiten analysiert. Unsere Ergebnisse zeigen konsistent, dass Kinder aus Haushalten von Alleinerziehenden eine geringere kognitive Anstrengung aufweisen. Dieser negative Zusammenhang blieb über alle Anreizbedingungen hinweg sowie nach Kontrolle sozioökonomischer Faktoren und Kontextvariablen signifikant. Zudem erwies sich der Unterschied in der Anstrengung zwischen Kindern von Alleinerziehenden und Paarfamilien in beiden Städten als qualitativ ähnlich. Die geschätzte Effektstärke ist jedoch als eher gering einzustufen. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Kinder, die bei einem alleinerziehenden Elternteil aufwachsen, eine geringere kognitive Anstrengung zeigen als Kinder aus Paarfamilien. Dieser Befund bietet einen neuen Ansatzpunkt, um die Bildungsbenachteiligung von Kindern Alleinerziehender besser zu verstehen. This brief report investigates the association between family structure and the cognitive effort of fifth-grade students in Madrid and Berlin. Although existing studies often link single parenthood to poorer academic outcomes, scant research has investigated its impact on children's effort. This study utilizes a novel behavioral measure of cognitive effort - rather than survey-based proxies - to fill this knowledge gap. We collected data from 1359 students across 62 classes. Effort was measured via performance on three incentivized real-effort tasks (AX continuous performance, Simon, and slider tasks). Using two-level random-intercept linear regression models and multiple imputation, we analyzed children's effortful behavior while adjusting for cognitive ability. Our findings consistently show that children from single-parent households exhibit lower cognitive effort. This negative association remained significant across all incentive conditions and even after controlling for socioeconomic factors and environmental variables. Moreover, the effort gap between single and dual-parent households was qualitatively similar in both cities. However, the estimated magnitude of this effect is rather small. In conclusion, children growing up with a single parent exhibit lower cognitive effort than children in dual-parent families. This finding may provide a pathway to better understanding of the educational disadvantage typically observed among single-parent children. |
| Erfasst von | GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften, Mannheim |
| Update | 2026/4 |