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Autor/inn/enHuxhold, Oliver; Arriagada, Céline; Kelle, Nadiya; Spuling, Svenja M.; Wünsche, Jenna; Blume, Andrea; Hartmann, Stefanie
InstitutionDeutsches Zentrum für Altersfragen
TitelEinfach mal reden: Reichweite und Wirkung der Silbernetz-Hotline gegen Einsamkeit.
QuelleBerlin (2026), 36 S.
PDF als Volltext kostenfreie Datei (1); PDF als Volltext kostenfreie Datei (2)  Link als defekt meldenVerfügbarkeit 
Sprachedeutsch
Dokumenttyponline; Monografie
DOI10.60922/nfbv-gz74
URNurn:nbn:de:0168-ssoar-110785-4
SchlagwörterEinsamkeit; Beratung; Evaluation; Effektivität; Intervention; Strategie; Wirkung; Alter Mensch
AbstractEinsamkeit im Alter stellt eine zentrale gesellschaftliche Herausforderung dar. Mit dem Evaluationsprojekt ReWiSil untersuchte das Deutsche Zentrum für Altersfragen (DZA), inwieweit die bundesweite Silbernetz-Hotline, das Kernangebot von Silbernetz e.V., ältere Menschen mit Einsamkeitsgefühlen erreicht und welche Wirkungen bereits ein erstes Gespräch entfalten kann. Das Projekt wurde im Rahmen der Strategie der Bundesregierung gegen Einsamkeit durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) gefördert. Die Studie basiert auf einem Prä-Post-Design mit 208 Personen, die erstmals die Silbernetz-Hotline nutzten. Die Teilnehmenden wurden kurz nach ihrem ersten Anruf sowie erneut nach etwa drei Monaten befragt. Analysiert wurden verschiedene Merkmale der erreichten Zielgruppe sowie Veränderungen in den Bereichen Einsamkeit, soziale Ressourcen und Erwartungen ans eigene Älterwerden (Altersselbstbilder). Um die Kennzahlen besser einordnen zu können, werden die Ergebnisse jeweils der gleichaltrigen Bevölkerung gegenübergestellt. Dazu wurden Daten aus folgenden bevölkerungsrepräsentativen Befragungen herangezogen: dem Mikrozensus 2022 und dem Deutschen Alterssurvey aus den Erhebungsjahren 2023 und 2024. Die Ergebnisse zeigen, dass die Silbernetz-Hotline insbesondere Menschen erreicht, die hinsichtlich ihrer sozialen Einbindung stark belastet sind: Im Mittel verfügen die Erstanrufenden über geringere soziale Unterstützung, sie fühlen sich eher ausgeschlossen von der Gesellschaft und erleben ausgeprägtere emotionale und soziale Einsamkeit als ein Großteil der gleichaltrigen Bevölkerung. Auch die Erwartungen ans Älterwerden fallen bei den Erstanrufenden im Mittel deutlich pessimistischer aus als bei der Mehrheit der gleichaltrigen Bevölkerung. Weiterhin zeigt sich, dass bereits ein erstes Gespräch mit den Mitarbeitenden der Silbernetz-Hotline mit messbaren - wenn auch kleinen - Verbesserungen einhergeht: Emotionale und soziale Einsamkeit nehmen ab, die wahrgenommene soziale Unterstützung steigt und negative Erwartungen an das eigene Älterwerden werden abgeschwächt. Die Befunde legen nahe, dass niedrigschwellige, anonyme Gesprächsangebote wichtige erste Impulse zur Linderung von Einsamkeit setzen und als Türöffner für weiterführende Unterstützungsangebote wirken können.
Erfasst vonGESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften, Mannheim
Update2026/4
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