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Autor/inKahlert, Heike
TitelFrauen- und Geschlechterforschung in der Universitätsentwicklung zwischen Anspruch und Wirklichkeit.
Gefälligkeitsübersetzung: Women's and Gender Studies in University Development: Between Ambitions and Realities.
QuelleIn: Femina politica, 35 (2026) 1, S. 67-80
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Sprachedeutsch
Dokumenttyponline; Zeitschriftenaufsatz
ISSN2196-1646
DOI10.3224/feminapolitica.v35i1.06
URNurn:nbn:de:0168-ssoar-110537-9
SchlagwörterFrauenforschung; Geschlechterforschung; Institutionalisierung; Gleichstellungspolitik; Professionalisierung; Universität; Wissenschaftsbetrieb; Hochschule; Entwicklung; Deutschland
AbstractDer Artikel analysiert anhand von Fallstudien zu fünf deutschen Universitäten, wie Frauen- und Geschlechterforschung in Hochschulentwicklungsprozesse unter Bedingungen von New Public Management und neuer Governance eingebunden ist. Im Fokus stehen Spannungen zwischen programmatischem Anspruch (talk) und organisationaler Praxis (action) sowie zwischen Gleichstellungspolitik und Frauen- und Geschlechterforschung. Die Ergebnisse zeigen: Frauen- und Geschlechterforschung wird in strategischen Dokumenten primär als gleichstellungspolitisches Instrument gerahmt und ihre epistemische Relevanz dethematisiert. Ihre faktische Bedeutung für die Universitätsentwicklung hängt stark von ihrer strategischen Nutzbarkeit für Drittmittelakquise und Profilbildung ab. Die Studie liefert differenzierte empirische Einblicke in strukturelle Barrieren und Gelingensbedingungen für ihre institutionelle Verankerung. Theoretisch wird der neo-institutionalistische Ansatz mit feministischen institutionalistischen Perspektiven und Mintzbergs Organisationstheorie erweitert, um die geschlechter- und machtbezogene Strukturierung von Organisationen sichtbar zu machen. Der Artikel legt dar, dass eine nachhaltige Verankerung von Frauen- und Geschlechterforschung nur gelingen kann, wenn wissenschaftspolitische Steuerung ihre epistemische Autonomie sichert und fördert - und plädiert für eine Politik, die sie nicht allein als Gleichstellungsmaßnahme, sondern als eigenständige Wissenschaftsrichtung ernst nimmt.

This article analyzes how women's and gender studies are embedded in university development processes at five German universities under conditions shaped by New Public Management and new modes of governance. It focuses on tensions between programmatic commitments (talk) and organizational practices (action), as well as between gender equality policies and women's and gender studies. The findings reveal that in strategic university documents, women's and gender studies are primarily framed as instruments of equality policy, while their epistemic relevance is de-emphasized. Their actual significance for university development largely depends on their strategic usefulness for acquiring third-party funding and contributing to institutional profiling. The study offers nuanced empirical insights into structural barriers and enabling conditions for their institutional anchoring. Theoretically, the neo-institutionalist approach is extended by feminist institutional perspectives and Mintzberg's organizational theory to uncover the gendered and power-related structuration of organizations. The article argues that sustainable integration of women's and gender studies requires science policy frameworks that safeguard and promote their epistemic autonomy - and calls for policies that recognize them not merely as a tool for equality, but as a distinct and legitimate scientific area of knowledge production.
Erfasst vonGESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften, Mannheim
Update2026/4
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