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Autor/inRass-Turgut, Seda
Titel"Happy Points" ohne Transformation: Migration und Diversität in den Curricula deutscher Sozialarbeitsstudiengänge.
Gefälligkeitsübersetzung: "Happy Points" Without Transformation: Migration and Diversity in the Curricula of German Social Work Programs.
QuelleIn: Femina politica, 35 (2026) 1, S. 51-66
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Sprachedeutsch
Dokumenttyponline; Zeitschriftenaufsatz
ISSN2196-1646
DOI10.3224/feminapolitica.v35i1.05
URNurn:nbn:de:0168-ssoar-110548-9
SchlagwörterCurriculum; Textanalyse; Migration; Hochschulbildung; Hochschule; Sozialarbeit; Diversität; Entwicklung; Institution; Deutschland
AbstractDie vorliegende Studie untersucht mittels computergestützter Textanalyse die curriculare Verankerung von Migration und Diversität in 87 deutschen Sozialarbeits-Studiengängen. Die Analyse dokumentiert systematische Diskrepanzen zwischen institutioneller Rhetorik und struktureller Implementation. Während Diversitätsbegriffe in allen untersuchten Modulhandbüchern präsent sind, zeigt sich eine extreme institutionelle Varianz: Die Häufigkeit reicht von 3 bis 1318 Nennungen pro Institution. Die semantische Netzwerkanalyse offenbart charakteristische Muster: "Inklusion" dominiert mit 33,8% aller Nennungen, während machtanalytische Begriffe wie "Rassismus" (10,2%) und "Intersektionalität" (4,2%) marginalisiert bleiben. Die Konzentration dieser Begriffe in Wahlmodulen bei gleichzeitiger Absenz in Pflichtmodulen konstruiert Diversität als peripheres Zusatzwissen statt als fundamentale professionelle Kompetenz. Zwei leitfadengestützte Interviews mit Professorinnen kontextualisieren die quantitativen Befunde und dokumentieren die Akteurs- und Institutionenabhängigkeit dieser curricularen Marginalisierung. Die Befunde bestätigen Sara Ahmeds These der Non-Performativität institutioneller Diversitätspolitik empirisch und zeigen, wie Diversität zum "happy point" wird: einem symbolischen Bekenntnis, das als Endpunkt statt als Ausgangspunkt institutioneller Transformation fungiert.

This study uses computational text analysis to examine the curricular integration of migration and diversity in 87 German social work programs. The analysis documents systematic discrepancies between institutional rhetoric and structural implementation. While diversity terms appear in all module handbooks, their frequency varies extremely (3 to 1318 occurrences per institution). Semantic network analysis reveals characteristic hierarchies: "inclusion" dominates with 33.8% of all mentions, while power-critical concepts like "racism" (10.2%) and "intersectionality" (4.2%) remain marginalized. The concentration of these terms in elective modules while absent from mandatory courses constructs diversity as peripheral supplementary knowledge rather than fundamental professional competence. Two interviews with professors document the actor and institutional dependency of this curricular marginalization. The findings empirically confirm Ahmed's thesis of non-performativity in institutional diversity politics: diversity becomes a "happy point", a symbolic declaration functioning as an endpoint rather than a starting point for institutional transformation.
Erfasst vonGESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften, Mannheim
Update2026/4
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