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Autor/inEbbrecht-Hartmann, Tobias
TitelMit Algorithmen gedenken? SHOAH STORIES, oder Lernen über den Holocaust mit kurzen Videos.
QuelleIn: Bios : Zeitschrift für Biographieforschung, oral history und Lebensverlaufsanalysen, 38 (2025) 1-2, S. 198-225Infoseite zur Zeitschrift
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Sprachedeutsch
Dokumenttyponline; Zeitschriftenaufsatz
ISSN2196-243X
DOI10.3224/bios.v38i1-2.15
URNurn:nbn:de:0168-ssoar-110248-4
SchlagwörterErinnerungskultur; Erinnerung; Künstliche Intelligenz; Soziale Software; Video; Drittes Reich; Gedenkstätte; Judenverfolgung; Algorithmus; Genozid
AbstractDer Aufsatz untersucht, wie sich das Gedenken an den Holocaust und das Lernen über den Nationalsozialismus unter den Bedingungen algorithmisch kuratierter Kurzvideoplattformen wie TikTok verändern. Ausgehend von kontrovers diskutierten Trends wie der #POVHolocaustChallenge und KI-generierten Videos wird analysiert, inwiefern Plattformlogiken, Affordanzen und Empfehlungsalgorithmen historische Vorstellungen prägen oder verzerren. Zugleich zeigt der Beitrag, dass TikTok neue Formen partizipativer Erinnerungskultur ermöglicht, etwa durch digitale Zeugenschaft von Holocaust-Überlebenden und die Vermittlungsarbeit von Gedenkstätten. Anhand verschiedener plattformspezifischer Modi des Gedenkens wird aufgezeigt, wie emotionales, fragmentiertes und informelles Lernen in Kurzvideos stattfindet. Abschließend diskutiert der Aufsatz mit der Bildungsplattform SHOAH STORIES einen Ansatz, der algorithmisch strukturierte Inhalte in einen kuratierten, pädagogisch begleiteten Lernraum überführt und so die Chancen digitaler Erinnerung mit den Anforderungen historisch-politischer Bildung verbindet.

This article examines how Holocaust remembrance and learning about National Socia-lism are transformed under the conditions of algorithmically curated short-video platforms such as TikTok. Starting from controversial trends like the #POVHolocaustChallenge and AI-generated videos, it analyzes how platform logics, affordances, and recommendation algorithms shape or distort historical representation. At the same time, the article demonstrates that TikTok also enables new forms of vernacular memory culture, for example through digital testimony by Holocaust survivors and the educational work of memorial sites. By identifying various platform-specific modes of commemoration, the article shows how emotional, fragmented, and informal learning takes place through short videos. Finally, it discusses the educational platform SHOAH STORIES as an approach that transfers algorithmically distributed content into a curated, educationally supported learning environment, thereby linking the opportunities of digital remembrance with the requirements of historical and civic education.
Erfasst vonGESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften, Mannheim
Update2026/4
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