Literaturnachweis - Detailanzeige
| Autor/inn/en | Ziege, Elena; Kalil, Ariel |
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| Institution | Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung |
| Titel | Biased beliefs beget biased beliefs: teacher accuracy and the effect of report cards on parental investment. |
| Quelle | Wiesbaden (2026), 21 S.
PDF als Volltext |
| Reihe | BiB. Working Paper. 3-2026 |
| Sprache | englisch |
| Dokumenttyp | online; Monografie |
| ISSN | 2196-9574 |
| URN | urn:nbn:de:bib-wp-2026-03 |
| Schlagwörter | Kompetenz; Test; Eltern; Grundschule; Lehrer; Schüler; Schulleistung; Zeugnis; Deutsch; Engagement; Investition; Information; Deutschland |
| Abstract | Viele Eltern überschätzen die schulischen Fähigkeiten ihrer Kinder, was dazu führen kann, dass sie weniger in die Förderung investieren. Leistungsrückmeldungen in Form von Zeugnissen können solche Fehleinschätzungen korrigieren. Die vorliegende Studie zeigt jedoch, dass die Wirksamkeit dieser Rückmeldungen von der Genauigkeit der Informationsquelle abhängt. Auf Basis von Daten des Nationalen Bildungspanels (NEPS) stellen wir fest, dass etwa 40 Prozent der Eltern und 28 Prozent der Lehrkräfte die Deutschkompetenzen von Erstklässlerinnen und Erstklässlern im Vergleich zu standardisierten Testergebnissen überschätzen und dass diese Verzerrungen oft dieselben Kinder betreffen. Unter Nutzung quasi-experimenteller Variationen im Zeitpunkt der Zeugnisausgabe zwischen den deutschen Bundesländern zeigen wir, dass Zeugnisse im Durchschnitt elterliche Fehleinschätzungen reduzieren. Dieser durchschnittliche Effekt verdeckt jedoch eine erhebliche Heterogenität: Verfügen Lehrer über eine unverzerrte Einschätzung der kindlichen Fähigkeiten, reduzieren Zeugnisse den Anteil der Eltern, die die Sprachkompetenzen ihres Kindes überschätzen, deutlich (um 18 Prozentpunkte, p = 0,049) und erhöhen zugleich die gemeinsame Lesezeit von Eltern und Kindern um etwa drei Viertel einer Standardabweichung (p = 0,063). Überschätzen Lehrkräfte hingegen die Fähigkeiten der Kinder, haben Zeugnisse keinen messbaren Einfluss auf die Einschätzungen oder das Verhalten der Eltern. Diese Ergebnisse legen nahe, dass von der Schule bereitgestellte Informationen das Engagement von Eltern beeinflussen können, allerdings nur, wenn diese Informationen unverzerrt sind. Many parents overestimate their children's academic abilities, which can reduce parental investment in skill development. Providing parents with performance information can correct these misperceptions, but this paper demonstrates that the effectiveness of such efforts depends on the accuracy of the information source. Using data from the German National Educational Panel Study, we find that around 40 percent of parents and 28 percent of teachers overestimate first-graders' German language skills relative to standardized test scores, and that these biases often concern the same children. Exploiting quasi-experimental variation in report card timing across German states, we show that, on average, report cards correct parents' overestimated beliefs. However, this effect masks substantial heterogeneity. When teachers hold accurate beliefs about children's skills, report cards not only substantially reduce the share of parents' who overestimate their child's language skill (by 18 percentage points, p = 0.049) but also increase parent-child reading time by three-quarters of a standard deviation (p = 0.063). When teachers overestimate children's skills, report cards have no effect on parents' beliefs or behavior. These findings suggest that school-provided information can shape parental investment, but only when it is reliable. |
| Erfasst von | GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften, Mannheim |
| Update | 2026/4 |