Literaturnachweis - Detailanzeige
| Autor/in | Kilbury, Maxie |
|---|---|
| Titel | Unterrichtsstörungen frühzeitig wahrnehmen. Die Entwicklung und Validierung eines videobasierten Noticing-Trainings für Lehramtsstudierende. |
| Quelle | Berlin: Freie Universität Berlin (2026), 221 S.
PDF als Volltext (1); PDF als Volltext (2); PDF als Volltext (3); PDF als Volltext (4) Dissertation, Freie Universität Berlin, 2026. |
| Sprache | deutsch; englisch |
| Dokumenttyp | online; Monografie |
| DOI | 10.17169/refubium-52077 |
| URN | urn:nbn:de:kobv:188-refubium-52347-0 |
| Schlagwörter | Pädagogisches Handeln; Lehramtsstudent; Lehrerbildung; Unterrichtsstörung; Professionalisierung; Dissertation |
| Abstract | Unterrichtsstörungen stellen eine zentrale Herausforderung im schulischen Alltag dar. Sie unterbrechen das Handlungsprogramm, beeinträchtigen Lernprozesse und hängen mit einem hohem Belastungsempfinden der Lehrkräfte zusammen. Daher sollten Lehrkräfte störungskritisches Schüler*innenverhalten, also Verhalten, was nicht den basalen Anforderungen von Unterricht entspricht, möglichst schon dann wahrnehmen und erkennen, bevor sich eine Unterrichtsstörung daraus entwickeln kann. An dieser Stelle sind Noticing-Kompetenzen erforderlich. Im Gegensatz zu erfahrenen Lehrkräften haben Noviz*innen mit dem Noticing noch Schwierigkeiten. Noviz*innen richten ihre Aufmerksamkeit häufig nur auf wenige, saliente Verhaltensmerkmale von Schüler*innen und übersehen die nicht-salienten. Das ist problematisch, da auch nicht-saliente Verhaltensmerkmale störungskritisch sein können, das heißt sich ebenso zu Unterrichtsstörungen entwickeln können. Daher sollten die für das Noticing erforderlichen Kompetenzen bereits im Lehramtsstudium adressiert und gefördert werden. Die vorliegende Dissertation untersucht, wie Noticing-Kompetenzen im Hinblick auf saliente und nicht-saliente störungskritische Verhaltensmerkmale erfasst und trainiert werden können. Dafür wurden die am Noticing beteiligten kognitiven Prozesse beleuchtet und mit Befunden der Expertiseforschung zusammengeführt. Darauf aufbauend wurden Kriterien für eine Entwicklung von staged videos mit dem Fokus auf saliente und nicht-saliente störungskritische Verhaltensmerkmale von Schüler*innen formuliert und Anforderungen an eine digitale Lernumgebung beschrieben, die zum Einsatz in der universitären Lehre geeignet ist. Des Weiteren wurde die Hervorhebung der störungskritischen Ereignisse mit grafischen Cues als geeignete Methode zur Förderung von Noticing-Kompetenzen hergeleitet. Insgesamt drei Teilstudien untersuchten die theoriegeleitete Entwicklung, Validierung und Überprüfung der Wirksamkeit der videobasierten Lernumgebung. In Teilstudie 1 bestätigten die Ergebnisse einer Untersuchung mit Lehramtsstudierenden die inhaltliche Validität der Skripte, auf die die Entwicklung der staged videos fußte. In den Skripten wurde auf eine systematische Implementierung von salienten und nicht-salienten störungskritischen Verhaltensmerkmalen geachtet. In Teilstudie 2 konnte die inhaltliche Validität der produzierten staged videos belegt werden. Darüber hinaus gab eine Expert*innen-Noviz*innen-Studie solide Hinweise auf die Konstruktvalidität der entwickelten Lernumgebung, in die staged videos integriert wurden. Insbesondere die nicht-salienten störungskritischen Verhaltensmerkmale wurden von den Expert*innen signifikant besser als von den Noviz*innen erkannt. Im Rahmen der Teilstudie 3 wurde anhand eines Experimental- Kontrollgruppendesigns untersucht, ob die Hervorhebung von störungskritischen Verhaltensmerkmalen mit grafischen Cues die Noticing-Kompetenzen von Lehramtsstudierenden verbessern konnte. Die Ergebnisse einer Prä- und Posterhebung sowie ein Vergleich aller Interventionsvideos ergab, dass die Experimentalgruppe sich signifikant mehr im Noticing von nicht-salienten störungskritischen Verhaltensmerkmalen verbesserte als die Kontrollgruppe. Ein Gruppenunterschied im Noticing von salienten Verhaltensmerkmalen wurde nicht gefunden. Die Entwicklung des Stimulus sowie die Befunde der Validierungsstudien und der Interventionsstudie werden abschließend integrierend diskutiert und daran anschließend die Limitationen der Arbeit dargestellt. Es werden Implikationen für die Praxis sowie Lehrkräfteforschung abgeleitet und der weitere Forschungsbedarf beschrieben. (übernommen). |
| Erfasst von | Deutsche Nationalbibliothek, Frankfurt am Main |
| Update | 2026/4 |