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Autor/inFrohberg, Franziska
TitelMindset in der Lehramtsbildung.
Untersuchungen zu impliziten Intelligenztheorien, pädagogischen Überzeugungen und psychischem Wohlbefinden bei Lehramtsstudierenden.
QuelleLeipzig: Universitätsbibliothek Leipzig (2026), 315 S.
PDF als Volltext kostenfreie Datei (1); PDF als Volltext kostenfreie Datei (2)  Link als defekt meldenVerfügbarkeit 
Dissertation, Universität Leipzig, 2026.
Sprachedeutsch
Dokumenttyponline; Monografie
URNurn:nbn:de:bsz:15-qucosa2-1042618
SchlagwörterPädagogisches Handeln; Lehramtsstudent; Lehramtsstudentin; Psychische Gesundheit; Dissertation
AbstractDie Dissertation Mindset in der Lehramtsbildung untersucht implizite Intelligenztheorien (ITI) bei deutschsprachigen Lehramtsstudierenden. Implizite Intelligenztheorien bezeichnen subjektive Annahmen über die Veränderbarkeit von Intelligenz, im populären Diskurs auch bekannt als Growth Mindset (inkrementelle Theorie) und Fixed Mindset (Entitätstheorie). Unterschieden wird zwischen einer Entitätstheorie, die Intelligenz als weitgehend stabil auffasst, und einer inkrementellen Theorie, die von ihrer Veränderbarkeit ausgeht. Obwohl das Konzept im Bildungsdiskurs unter dem Schlagwort Mindset breite Aufmerksamkeit erhalten hat, bestehen weiterhin begriffliche, theoretische und methodische Unschärfen. Insbesondere fehlen psychometrisch fundierte deutschsprachige Instrumente zur Erfassung von ITI, und Lehramtsstudierende wurden bislang nur begrenzt als Zielgruppe untersucht. Vor diesem Hintergrund verfolgt die Arbeit das Ziel, ITI theoretisch zu fundieren, ihre Erfassung im Deutschen psychometrisch zu untersuchen und ihre Zusammenhänge mit Variablen im Hochschulkontext zu prüfen. Die empirische Grundlage bilden zwei quantitative Querschnittstudien. Studie 1 (N = 523) untersucht die Messung von ITI im Deutschen und überprüft verschiedene Übersetzungsvarianten der Skala. Dabei wurde die Skala einmal mit dem Begriff Intelligenz und einmal mit der Formulierung grundlegende Fähigkeiten eingesetzt. Die Studie verbindet konfirmatorische Faktorenanalysen, korrelative Auswertungen und qualitative Assoziationsanalysen. Studie 2 (N = 759) prüft die Zusammenhänge von ITI mit akademischer Leistung, psychischem Wohlbefinden und Studienabbruchintentionen in verschiedenen Studiengängen. Die Ergebnisse von Studie 1 zeigen, dass sich die Erfassung von ITI je nach semantischer Nuance unterscheidet. Die Vier-Item-Kurzskala zur Entitätstheorie (ITIS-4) erweist sich als ökonomisches und reliables Instrument. Für die Langskala mit acht Items weist ein zweifaktorielles Modell, das Entitäts- und inkrementelle Vorstellungen getrennt abbildet, die bessere Modellpassung auf. Ein zentrales Ergebnis betrifft die semantische Sensitivität der Skala: Beim Begriff Intelligenz zeigt sich eine höhere Zustimmung zur Entitätstheorie als bei der Formulierung grundlegende Fähigkeiten. Damit verweist die Studie auf ein zentrales Interpretationsproblem der deutschsprachigen ITI-Forschung, da die Wahl der Begriffe nicht nur sprachliche, sondern auch inhaltliche Unterschiede nahelegt. Studie 2 richtet den Blick auf die Zusammenhänge von ITI mit Variablen im Hochschulkontext. Die Befunde zeigen, dass sich die Ausprägung von ITI zwischen Lehramts-, Medizin- und Jurastudierenden nicht signifikant unterscheidet. Zugleich zeigt sich lediglich ein sehr schwacher Zusammenhang von ITI mit akademischer Leistung, während sich keine statistisch signifikanten Zusammenhänge mit psychischem Wohlbefinden und Studienabbruchintentionen zeigen. Die erklärte Varianz bleibt gering und beträgt maximal 1,1 %. Andere Variablen, insbesondere das akademische Selbstkonzept, weisen deutlich stärkere Zusammenhänge mit diesen Variablen auf. In der vorliegenden Studie zeigt sich lediglich ein sehr schwacher Zusammenhang von ITI mit akademischer Leistung, während sich für psychisches Wohlbefinden und Studienabbruchintentionen keine statistisch signifikanten Zusammenhänge ergeben. Insgesamt leistet die Dissertation einen Beitrag zur theoretischen Präzisierung, psychometrischen Prüfung und kritischen Weiterentwicklung der ITI-Forschung im deutschsprachigen Raum. Die Befunde zeigen, dass sich ITI im Deutschen psychometrisch prüfen lassen, ihre Messung im Deutschen jedoch sensibel auf sprachliche Rahmungen reagiert. Für den Hochschulkontext ergibt sich ein schwacher Zusammenhang mit akademischer Leistung; für psychisches Wohlbefinden und Studienabbruchintention zeigen sich keine statistisch signifikanten Zusammenhänge. Die Befunde sprechen dafür, ITI nicht als isolierte Leistungsprädiktoren zu betrachten, sondern sie in umfassendere motivationale und pädagogisch relevante Zusammenhänge einzuordnen. Für Forschung und Praxis verweist dies darauf, die sprachliche Rahmung von ITI stärker zu berücksichtigen und ITI im Bildungskontext differenziert zu betrachten. (übernommen).

The dissertation Mindset in der Lehramtsbildung examines implicit theories of intelligence (ITI) among German-speaking student teachers. Implicit theories of intelligence refer to individuals´ beliefs about the malleability of intelligence and are often referred to in popular discourse as growth mindset (incremental theory) and fixed mindset (entity theory). A distinction is made between an entity theory, which regards intelligence as stable, and an incremental theory, which assumes that intelligence is malleable. Although the concept has received broad attention in educational discourse under the label mindset, conceptual, theoretical, and methodological ambiguities remain. In particular, there is a lack of psychometrically sound German-language instruments for assessing ITI, and student teachers have so far only been studied to a limited extent as a target group. Against this background, the dissertation aims to provide a theoretical foundation for ITI, to examine their measurement in German from a psychometric perspective, and to investigate their associations with variables in the higher education context. The empirical basis consists of two quantitative cross-sectional studies. Study 1 (N = 523) investigates the measurement of ITI in German and examines different translation variants of the scale. The scale was administered once using the term intelligence and once using the wording basic abilities. The study combines confirmatory factor analyses, correlational analyses, and qualitative association analyses. Study 2 (N = 759) examines the associations of ITI with academic achievement, psychological well-being, and dropout intentions across different fields of study. The results of Study 1 show that the assessment of ITI varies depending on semantic nuances. The four-item short scale for entity theory (ITIS-4) proves to be an efficient and reliable instrument. For the long scale with eight items, a two-factor model that separately represents entity and incremental beliefs shows the better model fit. A central finding concerns the semantic sensitivity of the scale: when the term intelligence is used, agreement with entity theory is higher than when the wording basic abilities is used. This points to a central interpretive problem in German-language ITI research, as the choice of terms suggests not only linguistic but also conceptual differences. In addition, a stronger endorsement of entity theory is significantly negatively associated with constructivist teaching beliefs. Study 2 shifts the focus to the associations of ITI with variables in the higher education context. The findings show that the level of ITI does not differ significantly among student teachers, medical students, and law students. At the same time, only a very weak association is found between ITI and academic achievement, whereas no statistically significant associations emerge with psychological well-being or dropout intentions. Explained variance remains low, with a maximum of 1.1%. Other variables, particularly academic self-concept, show substantially stronger associations with these outcomes. Overall, the dissertation contributes to the theoretical clarification, psychometric examination, and critical refinement of ITI research in the German-speaking context. The findings show that ITI can be examined psychometrically in German, but that measurement results vary depending on linguistic framing. In the higher education context, a weak association emerges with academic achievement, whereas no statistically significant associations are found for psychological well-being or dropout intentions. The findings suggest that ITI should not be viewed as isolated predictors of academic outcomes, but rather situated within broader motivational and educationally relevant contexts. For research and practice, this indicates the need to pay closer attention to the linguistic framing of ITI and to consider ITI in educational contexts in a more differentiated manner. (übernommen).
Erfasst vonDeutsche Nationalbibliothek, Frankfurt am Main
Update2026/4
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