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Autor/inHörwick, Heidemarie
TitelKennenlernen schafft Sicherheit.
Auswirkungen eines Trainings mit Hunden auf soziale Kompetenz und Prosozialität sowie auf die Angst vor und den sicheren Umgang mit Hunden von Kindern einer Mittelschule.
QuelleMünchen: Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität (2026), VII, 145 S.
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Dissertation, Ludwig-Maximilians-Universität München, 2026.
Sprachedeutsch
Dokumenttyponline; Monografie
DOI10.5282/edoc.37000
URNurn:nbn:de:bvb:19-370004
SchlagwörterAngststörung; Kind; Schulhund; Sozialkompetenz; Hund; Dissertation; Tiergestützte Pädagogik
AbstractDie vorliegende Dissertation besteht aus zwei Teilen bzw. aus zwei zeitlich und inhaltlich aufeinanderfolgenden Studien. Im Zentrum der Arbeit steht die Frage, inwiefern ein Training mit Hunden bei Schülern die Entwicklung von Empathie, Prosozialität und die Sicherheit im Umgang mit Hunden erhöht und die Angst vor Hunden reduziert im Vergleich zu Schülern, die keinen Umgang mit Hunden haben. Das Ziel der ersten Studie (2019/2020) war es, aufzuzeigen, ob und in welchem Ausmaß sich ein Sozialkompetenz- und Sicherheitstraining mit Hunden auf die Empathie und die Prosozialität von Kindern untereinander sowie auf den Umgang mit Hunden bei Kindern im Alter von 10 bis 13 Jahren einer Mittelschule auswirkt. Untersucht wurden hierfür zwei Mittelschulen mit insgesamt 129 Schülern zu drei Messzeitpunkten, wobei eine Schule als Experimental- und eine als Kontrollgruppe fungierte. Die Experimentalgruppe erhielt über ein Schuljahr hinweg zu zwei verschiedenen Zeitpunkten ein Sozialkompetenz- und Sicherheitstraining mit Hunden. Die hier vermittelten Inhalte wurden in der Zeit zwischen den beiden Trainings durch die jeweiligen Klassenleiter mittels eines Übungsheftes im Unterricht ohne weiteren Hundekontakt erarbeitet und in der Zeit, die im Lehrplan für die Förderung sozialer Kompetenzen der Schüler vorgesehen war, vertieft. Die Kontrollgruppe erhielt über die ersten beiden Messzeitpunkte hinweg ausschließlich den im Lehrplan vorgesehenen Unterricht zur Förderung sozial kompetenten Verhaltens und kein Training mit Hunden. Aufgrund der Corona-Pandemie und den damit verbunden Restriktionen (Bundesweiter Lockdown vom 20. März bis 6. Mai 2020 mit Onlineunterricht und im Anschluss Präsenz- und Onlineunterricht im Wechsel) musste das Studiendesign mehrfach zeitlich für die Durchführung der Trainings mit Hunden und die Erhebung mittels Fragebogen sowie auch inhaltlich flexibel angepasst werden. Aus diesem Grund erhielt die Kontrollgruppe noch kurz vor Ende der Studie ein verkürztes, im ursprünglichen Studiendesign (siehe Anhang V) nicht vorgesehenes, Training mit Hunden, da das Training den Kindern und Lehrern bereits zu Beginn der Untersuchung im November 2019 fest zugesagt worden war. Dieses Training fand einmalig über 45 Minuten statt, ohne begleitende Bearbeitung des Übungshefts und ohne Schulung durch die Lehrkräfte. Diese notwendigen Anpassungen führten zu einer erheblichen Verlängerung und Erschwernis der ersten Studie (2019/2020). Die Datenerhebung erfolgte im Rahmen einer Längsschnittuntersuchung mittels standardisierter Fragebögen zu drei Messzeitpunkten über einen Zeitraum von insgesamt 11 Monaten. An beiden Schulen wurden die Daten zeitgleich erhoben (siehe Anhang IV). Zu Beginn des Schuljahres im November 2019 wurden in einem ersten Messzeitpunkt die Daten aller Schüler für alle drei Variablen (Prosozialität, Empathie und Sicherer Umgang mit Hunden) erhoben. Im Februar 2020 erhielt die Experimentalgruppe eine Unterrichtseinheit (45 Minuten) über das Verhalten von Hunden untereinander und zwischen Menschen und Hunden, durchgeführt von der Autorin dieser Arbeit, im Klassenzimmer ohne Hund. Diese Unterrichtseinheit basiert auf einem speziell dafür entwickelten Arbeitsheft (siehe Anhang III). Die Arbeit mit dem Heft soll die Kinder dazu anregen, aus Konfliktsituationen zwischen Hunden untereinander und zwischen Menschen und Hunden und deren Lösungen, Rückschlüsse auf Konfliktsituationen zwischen Menschen untereinander zu ziehen. Dieser Transfer wurde von der Autorin bereits in ihrer Bachelorarbeit 2015 mit signifikanten Ergebnissen belegt. Im Anschluss daran erhielten die Schüler zur Vertiefung eine Unterrichtseinheit im sicheren Umgang mit Hunden, durchgeführt von einer hierfür speziell ausgebildeten Fachkraft und der Autorin gemeinsam. Bei diesem Training konnten die Kinder mit den Hunden interagieren und es wurde ihnen ein sicherer Umgang mit Hunden noch einmal am Modell (Hund) erklärt. Die Inhalte des Trainings wurden von den Klassenleitungen in den darauffolgenden fünf Monaten bis zum nächsten Training mit Hunden und der daran anschließenden zweiten Messung (UG und KG) im Juli 2020 in den Unterricht integriert und mit Hilfe des Arbeitsheftes, ohne Beisein eines Hundes, eingeübt. Betrachtet man alle drei Messzeitpunkte (UG und KG), so zeigten sich für die beiden Variablen Empathie und Prosozialität keine Effekte zwischen Experimental- und Kontrollgruppe. Wohl aber für die Variable des sicheren Umgangs mit Hunden: diese war bei den Messzeitpunkten 2 und 3 in der Experimentalgruppe erheblich höher als in der Kontrollgruppe. In beiden Schulen zeigte sich dennoch ein deutlicher Anstieg von Empathie und Prosozialität, welcher über die Zeit hinweg stabil blieb. Der sichere Umgang mit Hunden wies im Vergleich zur Kontrollgruppe eine deutlich signifikante Erhöhung zwischen Messzeitpunkt 1 und 2 in der Untersuchungsgruppe auf. Zu Messzeitpunkt 3 stiegen die Werte sowohl in der Kontroll- als auch in der Experimentalgruppe noch einmal leicht an, nachdem die Kontrollgruppe vor der letzten Messung ebenfalls ein Training mit Hunden (jedoch ohne Arbeitsheft) erhalten hatte. Der Unterschied der Werte zwischen den Gruppen (UG und KG) blieb dennoch auch zu Messzeitpunkt 3 in der Experimentalgruppe signifikant höher als in der Kontrollgruppe. Der leichte, nicht signifikante, Anstieg des Wertes für die Kontrollgruppe ist vermutlich auf das davor durchgeführte verkürzte Training mit Hunden zurückzuführen und weist auf eine schnelle Wirkung des Trainings mit Hunden hin. Das Ziel der zweiten Studie (2023/2024), war es, das positive Ergebnis der ersten Studie bzgl. des sicheren Umgangs mit Hunden zu untermauern und dessen Nachhaltigkeit über einen längeren Zeitraum hinweg zu überprüfen. Auf Basis von Verhaltensbeobachtungen ängstlicher Kinder in der ersten Studie sowie bei zahlreichen weiteren Trainings an Haupt- und Mittelschulen, bei denen Kinder nach den Trainings deutlich weniger Angst zeigten als davor, wurde neu die Variable Angst hinzugenommen. Das Ziel hierbei war es, die Veränderung der Angst vor Hunden bei den Schülern während und nach dem Training zu untersuchen. In einer Längsschnittstudie wurden erneut 169 neue Schüler aus neun verschiedenen Klassen (fünfte, sechste, achte und neunte Klasse) im Alter von 10 bis 17 Jahren, aus der gleichen Mittelschule, aus der auch die Teilnehmer für die erste Studie rekrutiert wurden, untersucht. Alle Schüler erhielten einmalig ein Training mit Hunden, wie im ersten Teil beschrieben, jedoch ohne Übungsheft. Die Messwerte wurden jeweils direkt vor und direkt nach dem Training sowie vier Wochen später ohne weitere Schulungen mittels Fragebogen erhoben (drei Messzeitpunkte). Dabei zeigte sich, wie in der ersten Studie, ein positives Ergebnis in Bezug auf den sicheren Umgang mit Hunden und dessen Nachhaltigkeit über vier Wochen hinweg. Ebenso zeigte sich ein hoch signifikantes positives Ergebnis für die Reduzierung der Angst vor Hunden bei allen teilnehmenden Kindern unmittelbar nach dem Training - ein Effekt, der im Follow-up nach vier Wochen ebenfalls stabil blieb. Eine Ausnahme bildete dabei eine kleine Gruppe von Schülern, die aufgrund früherer negativer Erlebnisse mit Hunden sehr große Angst vor Hunden angaben. Auch diese Kinder zeigten eine hochsignifikante Reduzierung der Angst unmittelbar nach dem Training, die jedoch über die Zeit hinweg nicht stabil blieb. Zusätzlich konnte gezeigt werden, dass Kinder mit regelmäßigem Kontakt zu Hunden generell signifikant weniger Angst vor Hunden und einen sichereren Umgang mit Hunden aufweisen als Kinder ohne Hundekontakt. (übernommen).
Erfasst vonDeutsche Nationalbibliothek, Frankfurt am Main
Update2026/4
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