Literaturnachweis - Detailanzeige
| Autor/in | Lange, Harald |
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| Titel | Rekorde als Wegmarken der Persönlichkeit. Wie Leistung, Haltung und Bildung im Nachwuchstraining zusammenfinden. |
| Quelle | In: Leichtathletiktraining, 37 (2026) 5, S. 30-35
PDF als Volltext |
| Sprache | deutsch |
| Dokumenttyp | online; gedruckt; Zeitschriftenaufsatz |
| ISSN | 0939-8392 |
| Schlagwörter | Persönlichkeitsentwicklung; Persönlichkeitspsychologie; Leichtathletik; Sportpsychologie; Sportpädagogik; Nachwuchstraining |
| Abstract | Aus sportpädagogischer Sicht ist ein Rekord weit mehr als eine Höchstleistung. Er manifestiert einen Moment gelungener Leistungsentfaltung, in dem körperliche Fähigkeit, Technik und persönliche Haltung zusammenfinden. Pädagogisch verstanden markiert er einen Bildungsprozess und zeigt, dass ein Athlet gelernt hat, mit Widerständen umzugehen, Verantwortung zu übernehmen und an einer Aufgabe zu wachsen. Verf. erläutert die pädagogischen, philosophischen und sportwissenschaftlichen Hintergründe von Rekorden und stellt sie in 14 Thesen dar: 1. Jeder Rekord zeigt auf den Zentimeter und die Hundertstelsekunde genau an, was an der jeweiligen Disziplin möglich ist. 2. Der pädagogische Wert des Rekords besteht darin, dass herausragende Leistungen grundsätzlich auf das zugrunde liegende Trainingskonzept verweisen. 3. Rekorde verlangen nach Aufmerksamkeit und ziehen Anerkennung und Geld an. Die ökonomische Logik steht der Entfaltung des pädagogischen Wertes entgegen. 4. Rekordstreben hat eine anthropologische Ursache: Athleten definieren sich (auch) über den Vergleich mit anderen. 5. Ungeachtet der absoluten Leistungsfähigkeit hat jeder Sportler die Möglichkeit, im Laufe des Trainingsjahres sein Bestes zu geben, Haltung zu zeigen und zu entwickeln. 6. Durch Training sollen nicht nur die Muskeln und die Technik der Athleten verbessert, sondern auch ihre Haltung und Persönlichkeit entwickelt werden. 7. Nur wenn der Athlet im Training mehr und mehr selbst die Verantwortung übernimmt, wird der Rekord am Ende wirklich zu seinem Rekord. 8. Bildung heißt ordnen und koordinieren. Athleten sollen in jeder Situation Antworten finden und Probleme lösen. 9. Ein Rekord, der nur durch mechanische Rezepte oder äußeren Zwang entsteht, bleibt pädagogisch hohl und menschlich bedeutungslos. 10. Ein Rekord ist eine Form praktizierter Freiheit: Die Freiheit, über das bisher Mögliche hinauszugehen. 11. Rekordstreben darf nicht so weit gehen, dass das Spielerische im Training verloren geht. 12. Das Spiel an der Grenze zwischen Gelingen und Scheitern markiert en pädagogischen Kern des Rekordstrebens. 13. Trainer müssen den Athleten helfen, eine persönliche Bedeutung hinter der Anstrengung zu finden. 14. Wenn im Training nicht nur die Muskulatur, sondern auch die Persönlichkeit wächst, ist man auf dem richtigen Weg. (Schiffer (unter Verwendung wörtlicher Textpassagen)). (BISp). |
| Erfasst von | Bundesinstitut für Sportwissenschaft, Bonn |
| Update | 2026/4 |