Literaturnachweis - Detailanzeige
| Autor/in | Boldrino, Susanna |
|---|---|
| Titel | Transformation einer Hochschule durch Recognition of Prior Learning. Etablierung einer RPL-freundlichen Kultur im Hochschulkontext. |
| Quelle | Aus: Anerkennung und Validierung non-formalen und informellen Lernens an Hochschulen. Orientierungen in einem komplexen Feld. Münster: Waxmann (2025) S. 81-99 |
| Sprache | deutsch |
| Dokumenttyp | gedruckt; Sammelwerksbeitrag |
| Schlagwörter | Lehre; Äquivalenz; Gegenwart; Staat; Forschung; Studium; Hochschulreform; Hochschullehrer; Studienverhalten; Hochschule; Erwachsenenbildung; Qualitätssicherung; Studentenschaft; Student; Ausland; Österreich |
| Abstract | Die Anerkennung non-formaler und informeller Kompetenzen (Recognition of Prior Learning, RPL) hat sich als strategische Gestaltungsmöglichkeit im Rahmen von lebenslangem Lernen etabliert. Die Novelle der Hochschulgesetze in Österreich 2021 schuf einen rechtlichen Rahmen dafür, non-formale und informelle Kompetenzen im Ausmaß von 90 ECTS anzuerkennen. Viele Hochschulen in Österreich haben bereits entsprechende Satzungen und Verfahren etabliert. Die Anerkennung dieser Kompetenzen bleibt jedoch eine Herausforderung, da neben den rechtlichen und verfahrenstechnischen Voraussetzungen eine RPL-freundliche Unternehmenskultur erforderlich ist. Die Werte und Geschichten, die eine Hochschule prägen, sind ebenso unsichtbar wie bedeutend. Emotionen spielen hierbei eine entscheidende Rolle. Die Anerkennung von Kompetenzen löst Reaktionen aus, von Bedenken über Verfahrensqualität bis hin zur Sorge um Studierbarkeit und Vorbehalte, sich für neue Ideen und Wege des Wissenserwerbs zu öffnen. Eine RPL-freundliche Kultur ist daher ein entscheidender Schritt, um Vertrauen in RPL aufzubauen. Der vorliegende Beitrag argumentiert, dass die Implementierung einer RPL-freundlichen Kultur das Engagement dreier Hauptakteur*innen bedarf. Hochschulleitungen müssen erstens RPL als strategisches Element etablieren, das Qualitätsentwicklung sowie Wachstum der Hochschule unterstützt. Zweitens tragen Lehrende durch präzise Lernergebnisse und die Akzeptanz von Qualitätssicherungsmechanismen bei, dass RPL als Entwicklungsprozess und nicht als bürokratische Hürde wahrgenommen wird, während drittens Studierende als gut informierte, engagierte Beteiligte Vertrauen in RPL stärken. Viertens besteht die Bedeutung des rechtlichen Rahmens darin, diesen drei Hauptakteur*innen Orientierung und Leitlinien zu geben, um eine gemeinsam getragene Kultur zu entwickeln. Dialog und Reflexion ermöglichen gemeinsames Lernen und Aufbau von Vertrauen innerhalb und außerhalb der Hochschule. Eine RPL-freundliche Kultur kann die Transformation einer Hochschule in Richtung eines neuen Hochschulmodells mit einem offenen Bildungsverständnis ermöglichen, wenn RPL als persönlicher sowie systemischer Entwicklungsprozess gelebt wird. (HRK / Abstract übernommen). |
| Erfasst von | Hochschulrektorenkonferenz, Bonn |
| Update | 2026/3 |