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Autor/inWilke, Thomas
TitelSexualpädagogik mit Jugendlichen in prekären Lebenslagen. Empirische Befunde und Praxisimplikationen im Kontext des Jugendstrafrechts.
QuelleAus: Middendorf, Tim (Hrsg.); Parchow, Alexander (Hrsg.): Junge Menschen in prekären Lebenslagen. Theorien und Praxisfelder der Sozialen Arbeit. Weinheim; Basel: Beltz Juventa (2024) S. 367-377
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Sprachedeutsch
Dokumenttyponline; Sammelwerksbeitrag
ISBN978-3-7799-7529-8; 978-3-7799-7530-4; 978-3-7799-8093-3
DOI10.25656/01:35074
URNurn:nbn:de:0111-pedocs-350746
SchlagwörterSoziale Situation; Jugendstrafrecht; Armut; Sexualpädagogik; Sexualverhalten; Qualitative Forschung; Sozialpädagogik; Jugendarrest; Soziale Arbeit; Jugendlicher
AbstractDer Beitrag untersucht die Bedeutung und Ausgestaltung sexualpädagogischer Angebote für Jugendliche in prekären Lebenslagen im Kontext des Jugendstrafrechts. Auf Grundlage einer qualitativen Interviewstudie mit 16 straffällig gewordenen Jugendlichen aus prekären Milieus werden zentrale Muster sexueller Sozialisation rekonstruiert. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass diese Jugendlichen häufig unter Bedingungen sozialer Benachteiligung, biografischer Brüche und eingeschränkter Bildungszugänge aufwachsen, was sich auch in ihrer sexuellen Entwicklung niederschlägt. Die Analyse identifiziert fünf zentrale Herausforderungen: (1) riskantes Sexualverhalten bei begrenztem Wissen, (2) eingeschränkter Zugang zu gesundheitlicher Versorgung, (3) problematische Einwilligungsstrukturen aufgrund von Machtasymmetrien, (4) ökonomisch motivierte sexuelle Praktiken bis hin zu Sexarbeit sowie (5) Stigmatisierung und Diskriminierung. Darauf aufbauend entwickelt der Beitrag praxisorientierte Prinzipien für sexualpädagogische Gruppenarbeit in sogenannten "unfreiwilligen Settings". Abschließend argumentiert der Beitrag, dass Sexualpädagogik im Jugendstrafrecht bislang deutlich unterrepräsentiert ist, obwohl sie ein erhebliches Potenzial für Prävention, Selbstbestimmung und psychosoziales Wohlbefinden besitzt. Eine wirksame Praxis erfordert daher eine konsequente Orientierung an den Lebenslagen der Jugendlichen, die Förderung von Autonomie und die Einhaltung sexualpädagogischer sowie menschenrechtlicher Standards. (DIPF/Orig.).
Erfasst vonDIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation, Frankfurt am Main
Update2026/3
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