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Autor/inWilke, Thomas
TitelDer Einfluss von Bildung auf das HIV-Risikoverhalten und die Gesundheit bei Männern, die Sex mit Männern haben. Ein Beitrag zur Beschreibung der gesundheitlichen Ungleichheit.
QuelleFrankfurt am Main: Goethe-Universität, Fachbereich Gesellschaftswissenschaften (2013), 71 S.
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ReiheSchriftenreihe zur soziologischen Sozialpsychologie. 3
Sprachedeutsch
Dokumenttyponline; Monografie
ISSN2195-6626
DOI10.25656/01:35033
URNurn:nbn:de:0111-pedocs-350331
SchlagwörterBildung; Bildungsniveau; Soziale Ungleichheit; Risikoverhalten; AIDS (Acquired Immune Deficiency Syndrome); Gesundheitsaufklärung; Sexuell übertragbare Krankheit; Homosexualität; Sexualverhalten; Sexuelle Orientierung; Umfrage; Prävention; Deutschland
AbstractDie Studie untersucht den Zusammenhang zwischen Bildungsniveau, HIV-Risikoverhalten und gesundheitlicher Situation bei Männern, die Sex mit Männern haben (MSM) und versteht sich als Beitrag zur Analyse gesundheitlicher Ungleichheit in dieser Bevölkerungsgruppe. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass MSM in Deutschland weiterhin die Hauptbetroffenengruppe der HIV-Epidemie darstellen und dass sozialstrukturelle Faktoren bislang nur unzureichend in der Präventionsforschung berücksichtigt werden. Theoretisch basiert die Arbeit auf Konzepten der sozialen Ungleichheitsforschung, insbesondere auf dem Modell von Mielck zur Erklärung gesundheitlicher Ungleichheit. Demnach beeinflussen Ressourcen wie Bildung, beruflicher Status und Einkommen über unterschiedliche Belastungen, Bewältigungsressourcen und Zugänge zur Gesundheitsversorgung das Gesundheitsverhalten und schließlich Morbidität und Mortalität. Die Studie erweitert diese Perspektive um Aspekte sexueller Orientierung und sozialer Lebensstile, die für MSM besondere Bedeutung haben. Empirisch nutzt die Untersuchung quantitative Daten einer Befragung aus dem Jahr 2008, die im Rahmen der HIV-Präventionskampagne Ich weiss was ich tu (IWWIT) erhoben wurden. Analysiert werden Zusammenhänge zwischen Bildungsniveau und zentralen Indikatoren des HIV-Risikoverhaltens, darunter: Anzahl sexueller Partner; Kondomgebrauch bei gelegentlichen Partnern; Anwendung verschiedener Risikomanagementstrategien (z. B. strategische Positionierung oder Serosorting); Inanspruchnahme von HIV-Tests sowie HIV-Testergebnisse. Die Ergebnisse zeigen, dass Bildung ein relevanter sozialer Determinant des Gesundheitsverhaltens ist. Höhere Bildungsabschlüsse gehen tendenziell mit stärker ausgeprägtem Wissen über HIV, höherem Risikobewusstsein sowie einer häufigeren Anwendung präventiver Strategien einher. Gleichzeitig deuten die Befunde darauf hin, dass MSM mit niedrigerem Bildungsniveau häufiger von strukturellen Belastungen und geringeren Ressourcen zur Bewältigung gesundheitlicher Risiken betroffen sind. Dadurch können sich Unterschiede im Sexualverhalten und in der Nutzung von Präventions- und Testangeboten ergeben. Die Studie macht deutlich, dass HIV-bezogene gesundheitliche Ungleichheiten innerhalb der Gruppe der MSM existieren können und stärker sozialstrukturell analysiert werden sollten. Für Präventionspolitik und Public-Health-Strategien bedeutet dies, dass interventionsorientierte Ansätze stärker sozial differenziert und an spezifische Lebenslagen angepasst werden müssen. Insbesondere Präventionsangebote sollten auch schwer erreichbare Gruppen berücksichtigen, die aufgrund sozialer Benachteiligung oder geringerer Bildung weniger Zugang zu bestehenden Präventionsstrukturen haben. Insgesamt leistet die Arbeit einen Beitrag zur sozialwissenschaftlichen Analyse der HIV-Epidemie, indem sie die Rolle von Bildung als zentralen Faktor gesundheitlicher Ungleichheit hervorhebt und damit Ansatzpunkte für zielgruppenspezifische Prävention und zukünftige Forschung aufzeigt. (Autor).
Erfasst vonDIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation, Frankfurt am Main
Update2026/3
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