Literaturnachweis - Detailanzeige
| Autor/inn/en | Yastrebov, Gordey; Leopold, Thomas |
|---|---|
| Titel | Final Report from the DFG Project "Demographic and Social Pathways of Educational Reproduction: A Cross-national Study". |
| Quelle | (2026), 13 S.
PDF als Volltext |
| Sprache | englisch |
| Dokumenttyp | online; Monografie |
| URN | urn:nbn:de:0168-ssoar-109007-6 |
| Schlagwörter | Bildung; Bildungschance; Demografischer Faktor; Soziale Ungleichheit; Sozialer Faktor; Soziale Mobilität; Generation; Familie; Ungleichheit; Internationaler Vergleich |
| Abstract | Dieses Projekt untersuchte, wie soziale und demografische Prozesse zusammenwirken, wenn sich Bildungsungleichheiten von einer Generation auf die nächste übertragen. Bisherige Forschung hat meist nur den direkten Zusammenhang zwischen dem Bildungsniveau von Eltern und Kindern betrachtet. Unser Projekt hat diese Sichtweise erweitert, indem es auch demografische Faktoren einbezog - also wann und wie Familien gegründet werden, wie stabil Partnerschaften sind und wie viele Kinder Eltern bekommen. Durch den vergleichenden Blick auf viele Länder konnten wir nicht nur feststellen, ob Ungleichheiten weitergegeben werden, sondern auch, wie sich die Mechanismen je nach nationalem Kontext unterscheiden. Unsere Analysen zeigten, dass Unterschiede in der Kinderzahl zwischen Bildungsgruppen Ungleichheiten nur leicht abmildern, während ungleiche Chancen auf höhere Bildung überall der zentrale Treiber bleiben. Gleichzeitig zeigte sich, dass Partnerwahl und Familieninstabilität wichtige Wege sind, über die Ungleichheiten verstärkt werden. Paare mit ähnlichem Bildungsniveau finden häufiger zusammen, wodurch sich Ressourcen in bestimmten Haushalten konzentrieren. Wenn Partnerschaften zerbrechen, sind Kinder aus weniger privilegierten Familien häufiger betroffen und stehen vor zusätzlichen Risiken. Im internationalen Vergleich wurde zudem deutlich, dass sich die soziale Zusammensetzung der "Trennungskinder" verändert hat: In vielen Ländern stammen sie heute aus allen sozialen Schichten, nicht nur aus benachteiligten. Dennoch bleiben Unterschiede bestehen - Eltern mit weniger Ressourcen trennen sich häufiger nach der Geburt von Kindern, und getrennt lebende Eltern mit niedriger Bildung wohnen eher weiter entfernt von ihren Kindern. Insgesamt zeigt das Projekt, dass demografischer Wandel und soziale Ungleichheit eng miteinander verflochten sind - und dass sich Ausmaß und Formen dieser Verflechtung zwischen Gesellschaften unterscheiden. Der vergleichende Ansatz hilft zu verstehen, warum soziale Mobilität von Land zu Land anders aussieht und warum Bildungsexpansion ungleich verläuft. Über die Wissenschaft hinaus sind die Ergebnisse auch für Politikbereiche wie Familien-, Bildungs- und Sozialpolitik bedeutsam. Sie verdeutlichen, dass Maßnahmen zur Verringerung von Ungleichheiten nicht nur Schulen und Bildungssysteme berücksichtigen müssen, sondern auch die demografischen Realitäten von Familien, die sich von Land zu Land unterscheiden. This project examined how social and demographic processes interact in the reproduction of educational inequality across generations. Earlier research mainly focused on the direct link between parents' and children's education. Our project extended this view by also looking at demographic factors such as when and how families are formed, how stable they are, and how many children parents have. Studying these processes in a comparative perspective across many countries allowed us to see not only whether inequality is reproduced, but also how the mechanisms differ depending on national context. Our analyses showed that differences in family size between educational groups only slightly reduce inequality, while unequal chances of children to achieve higher education remain the central driver everywhere. At the same time, we found that partner choice and family instability play an important role in reinforcing inequality. Couples with similar educational levels are more likely to form families together, which concentrates resources in certain households. When unions break up, children from less advantaged families are more often affected and face additional risks. At the same time, the comparative perspective revealed that educational expansion has changed the social background of children of separation: in many countries, they now come from all social groups, not only from disadvantaged ones. Still, clear inequalities remain: parents with fewer resources are more likely to separate after having children, and separated parents with less education are more likely to live farther away from their children. Taken together, the project shows that demographic change and social inequality are closely intertwined, but also that the extent and form of these links vary across societies. This comparative view helps explain why social mobility looks different from one country to another and why educational expansion proceeds unevenly. Beyond academia, the results matter for policies on family life, child well-being, and equal opportunities in education. They show that efforts to reduce inequality need to take into account not only schools and educational systems, but also the demographic realities of families, which differ from one country to the next. |
| Erfasst von | GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften, Mannheim |
| Update | 2026/3 |