Literaturnachweis - Detailanzeige
| Autor/in | Püllen, Kevin |
|---|---|
| Titel | Selbstanteilsarbeit als traumapädagogische Methode zur Integration von Persönlichkeitsanteilen bei Kindern. |
| Quelle | Dortmund (2025), 10 S.
PDF als Volltext |
| Sprache | deutsch |
| Dokumenttyp | online; Monografie |
| URN | urn:nbn:de:0168-ssoar-109024-1 |
| Schlagwörter | Persönlichkeit; Psychische Entwicklung; Selbstwirksamkeit; Trauma (Psy); Trauma (Med); Stationäre Versorgung; Jugendhilfe |
| Abstract | Die vorliegende Arbeit untersucht die Selbstanteilsarbeit nach Hiller (2017) als innovative traumapädagogische Methode zur Integration fragmentierter Persönlichkeitsanteile bei schwer traumatisierten Kindern. Kinder in stationären Jugendhilfeeinrichtungen entwickeln aufgrund multipler Traumatisierungen komplexe Überlebensstrategien, die sich in Form von abgespaltenen Persönlichkeitsanteilen manifestieren. Die Selbstanteilsarbeit nutzt Tiermetaphern, um vier grundlegende Anteilstypen (Ressourcenanteile, Traumaanteile, Abwehranteile und Helferfiguren) zu externalisieren und schrittweise zu integrieren. Theoretisch fundiert auf der systemischen Therapie, der Internal Family Systems-Therapie und den Grundprinzipien der Traumapädagogik, bietet die Methode eine ressourcenorientierte Alternative zu defizitfokussierten Ansätzen. Die zentrale Annahme des Guten Grundes ermöglicht es, auch destruktive Verhaltensweisen als adaptive Überlebensstrategien zu würdigen. Der vierstufige Prozess - freie Tierwahl, gemeinsames Verstehen, Einführung einer Helferfigur und Rückführung zur Ressource - gewährleistet sowohl emotionale Sicherheit als auch therapeutische Wirksamkeit. Die Arbeit analysiert sowohl die Stärken der Methode - insbesondere die zirkuläre Struktur, die von Stärken ausgeht und zu ihnen zurückführt - als auch ihre Grenzen: hohe Anforderungen an fachliche Kompetenz, begrenzte empirische Evidenz und kulturelle Spezifität der Tiermetaphern. Zentrale Voraussetzungen für gelungene Anwendung sind eine stabile therapeutische Beziehung, traumapädagogische Qualifikation der Fachkräfte und eine bereits erreichte emotionale Grundstabilisierung des Kindes. Die Selbstanteilsarbeit repräsentiert einen wichtigen Baustein in der Weiterentwicklung traumaspezifischer Methoden für die stationäre Jugendhilfe und zeigt exemplarisch auf, wie komplexe therapeutische Konzepte für die pädagogische Praxis adaptiert werden können, ohne ihre Wirksamkeit zu verlieren. |
| Erfasst von | GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften, Mannheim |
| Update | 2026/3 |