Literaturnachweis - Detailanzeige
| Autor/in | Munsch, Chantal |
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| Titel | Spannungsverhältnisse in Engagementfeldern: Ein Vergleich zwischen Kirche, Sport, Umweltvereinen und Wohlfahrtsverbänden; Abschlussbericht. |
| Quelle | (2025), 14 S.
PDF als Volltext |
| Sprache | deutsch |
| Dokumenttyp | online; Monografie |
| URN | urn:nbn:de:0168-ssoar-108446-7 |
| Schlagwörter | Engagement; Kirchengemeinde; Sportverein; Umweltschutz; Freiwilligkeit; Wohlfahrtsverband |
| Abstract | Anhand von narrativen Interviews und Gruppendiskussionen mit (ehemaligen) Engagierten wurden bindende und abträgliche Erfahrungen in unterschiedlichen Engagementfeldern analysiert. Verglichen wurden die Engagementerzählungen von Engagierten aus Wohlfahrtsverbänden, Sportvereinen, Umweltinitiativen und Kirchengemeinden. Die narrativen Interviews wurden mit Engagierten geführt, die ein Engagement beendet haben, da diese den Prozess eines Engagements von seinem Anfang bis zum Ende erzählen können. Die Gruppendiskussionen wurden mit Engagierten geführt, welche ihr Engagement noch nicht beendet haben, um zu prüfen, dass die analysierten Erfahrungen nicht nur für eine spezifische Gruppe von besonders kritischen Engagementabbrecher*innen gelten. Der systematische Vergleich zwischen den Erzählungen zeigt engagementfeldspezifische Spannungsverhältnisse: Engagementerzählungen aus Wohlfahrtsverbänden sind einerseits durch Erfahrungen besonderer Nähe zu den Adressat*innen der Hilfe geprägt, welche an das Engagement binden. Dem Engagement abträglich sind Beobachtungen über Umgangsweisen, die durch die Ökonomisierung der Pflege geprägt sind. Engagementerzählungen aus Kirchengemeinden sind durch den Widerspruch zwischen unterschiedlichen Verständnissen von Kirchengemeinden geprägt, welche die Engagierten untereinander aushandeln müssen. In Erzählungen über Engagement in Sportvereinen wiederum findet sich ein spezifisches Spannungsverhältnis zwischen der Freude am gemeinschaftlich betriebenen Sport einerseits und der Last, die Strukturen für den Sportverein zu schaffen und zu erhalten. Engagementerzählungen über Umweltinitiativen schließlich sind dadurch geprägt, dass die Ziele des Engagements (Umwelt und Natur erhalten) als grundlegend dargestellt werden, die hierfür notwendigen Ressourcen (Wissen und Zeit) jedoch begrenzt sind. Die Engagierten geraten sich in diesem Zusammenhang gegenseitig zur Konkurrenz. Neben den vier engagementfeldspezifischen wurden auch drei feldübergreifende Spannungsverhältnisse analysiert: Engagement ist durch Kooperation geprägt, allerdings erschweren diskrepante Vorstellungen von Kooperation, die nicht explizit ausgehandelt werden, die Zusammenarbeit. Außerdem muss dem Engagement ein spezifischer Sinn im Zusammenhang mit der eigenen Lebensgeschichte zugewiesen werden. Und schließlich sind die Erzählungen durch eine spezifische Verletzbarkeit geprägt, die sich dadurch ergibt, dass Engagierte durch ihr Engagement eine besondere Beziehung zu Kollektiven, Orten und Aufgaben erfahren - deren Verlust schmerzhaft erfahren wird. Using narrative interviews and group discussions with (former) volunteers, we analysed engaging and disengaging experiences in various areas of volunteer work. We compared volunteering narratives by volunteers from charities, sports clubs, environmental initiatives and churches. The narrative interviews were conducted with volunteers who had terminated their involvement, as they were able to recount the process of volunteering from beginning to end. The group discussions were held with volunteers who had not yet completed their involvement, in order to check that the experiences analysed applied not only to a specific group of especially critical individuals who had quit volunteering. A systematic comparison of the narratives reveals tensions specific to particular areas of volunteering: Volunteering narratives from charities were marked by experiences of close contact with service users, which had an engaging effect on the volunteers. Disengaging factors are observations on practices and methods resulting from the economization of care. Volunteering narratives from churches are marked by contradictions between different understandings of churches, which volunteers must negotiate among themselves. In narratives about volunteering in sports clubs, meanwhile, we find a specific tension between, on the one hand, the joy of doing sport together and, on the other, the burden of creating and maintaining the structures of the club. Finally, volunteering narratives about environmental initiatives show that the objectives of volunteering (preserving the environment and nature) are described as fundamental, while the resources required (knowledge and time) are limited. In this context, volunteers begin competing with each other. Besides these four kinds of tension specific to areas of volunteering, we also analysed three general kinds of tension: Volunteering is marked by collaboration, yet different ideas of collaboration, which are not negotiated explicitly, make it more difficult to work together. Furthermore, volunteering must be given a specific meaning connected to the volunteer's own biography. And finally, the narratives are marked by a specific vulnerability resulting from a special relationship volunteers develop with collectives, places, and tasks - whose loss is experienced as painful. |
| Erfasst von | GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften, Mannheim |
| Update | 2026/3 |