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Autor/inSonnenberg, Milena Maike
TitelDas Erkennen von Vernachlässigung anhand der Zahngesundheit bei Kindern.
Eine Umfrage unter niedergelassenen Zahnärzten/-innen in Baden-Württemberg.
QuelleUlm: Universität Ulm (2026), 80 S.
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Dissertation, Universität Ulm, 2025.
Sprachedeutsch
Dokumenttyponline; Monografie
DOI10.18725/OPARU-58988
URNurn:nbn:de:bsz:289-oparu-59063-2
SchlagwörterFrühdiagnostik; Kindesmisshandlung; Kindesvernachlässigung; Kindeswohl; Kinderschutz; Kind; Dissertation; Gefährdung; Deutschland
AbstractVernachlässigung ist die mit Abstand häufigste Form der Kindeswohlgefährdung. Intraorale Anhaltspunkte können einen wichtigen Indikator einer Vernachlässigung darstellen und sind lediglich Zahnmedizinern/-innen direkt zugänglich. Sie können außerdem ein Indiz für das Vorliegen weiterer Misshandlungsformen sein. Es sollte daher oberstes Ziel sein, durch ein frühes Erkennen gefährdete Kinder zu schützen. Wenn im Rahmen der zahnmedizinischen Behandlung Hinweise auf eine Vernachlässigung - welche den Fachbereich der Zahnmedizin übersteigt - aufkommen, sollte auf entsprechende zusätzliche Hilfen hingewirkt werden. Ziel dieser Arbeit war es daher, herauszufinden, wie Zahnärzte/-innen mit dem Thema Vernachlässigung umgehen und wie diese im konkreten Verdachtsfall handeln. Hierzu wurden mit Hilfe von Fragebögen Zahnärzte/-innen, welche in freier Praxis in Baden-Württemberg tätig sind, befragt. In einem allgemeinen Fragebogenteil wurden Angaben zur Praxis, den Patienten, dem/der Zahnarzt/-ärztin selbst und dessen/deren Vorwissen bezüglich dentaler Vernachlässigung von Kindern, wie auch vergangene Berührungspunkte mit dem Thema Vernachlässigung abgefragt. Zusätzlich konnten mit Hilfe eines spezifischen Fragebogenteils Angaben zu kürzlich beobachteten Verdachtsfällen - im Zeitraum der letzten 3 Monate vor Teilnahme an der Befragung - erhoben werden. Dort wurden anonyme, personenbezogene Daten zum Kind erhoben, das elterliche Fürsorgeverhalten beschrieben, die Gründe für den Verdacht ermittelt und die zahnärztlichen Befunde, sowie das jeweilige Handeln des/der Zahnarztes/-ärztin erfragt. Die Stichprobe der befragten Zahnärzte/-innen bestand dabei aus 243 in freier Praxis tätigen Behandlern/-innen. Insgesamt wurde nur für 18 Verdachtsfälle ein spezifischer Fragebogenteil ausgefüllt. Im allgemeinen Fragebogenteil fühlte sich der Großteil der befragten Zahnärzte/-innen (63,4%) grundsätzlich in der Lage, Vernachlässigung adäquat zu erkennen. Trotz dieser Einschätzung wurde bei Beantwortung der Frage, nach möglichen Gründen für die Unterlassung einer Meldung, am häufigsten die Unsicherheit bezüglich der Diagnose einer Vernachlässigung (57,6%), genannt. Dies zeigt deutlich die Komplexität der Thematik auf. Neben der Unsicherheit bezüglich der Diagnose wurde ebenfalls häufig fehlendes Wissen bezüglich des Meldeweges und -vorgangs (55,6%) genannt. Beide Punkte verdeutlichen, dass eine grundlegende Unsicherheit aufgrund von fehlendem Wissen innerhalb der Zahnärzteschaft besteht. Es wurde daher ausgewertet, was sich auf die selbstwahrgenommene Kompetenz von Zahnärzten/-innen, Vernachlässigung zu erkennen, auswirkt. Es zeigte sich jedoch, dass weder die Anzahl der behandelten Kinder, die Berufserfahrung, noch das Vorwissen aus Fortbildungen und dem Studium einen signifikanten Effekt herbeiführen. Zahnärzte/-innen sollten vermehrt über Anlaufstellen und Beratungsmöglichkeiten informiert werden, um im Falle eines Verdachts schnell Unterstützung zu finden. Nur 11,9% der befragten Zahnmediziner/-innen gaben im Fragebogen an, in der Vergangenheit schon einmal einen Verdachtsfall gemeldet zu haben. Außerdem gaben 25 % der teilnehmenden Zahnärzteschaft an, dass sie schon einmal den Verdacht auf Vernachlässigung bei einem ihrer Patienten hatten und diesen nicht gemeldet haben. Eine repräsentative Aussage zu den einzelnen, kürzlich beobachteten Verdachtsfällen aus dem spezifischen Fragebogenteil zu treffen, war aufgrund deren geringen Anzahl nicht möglich. Berichtet wird von den angegebenen Fällen in dieser Arbeit jedoch trotzdem. Die geringe Anzahl der Verdachtsfälle allein ist bereits ein aussagekräftiges Ergebnis, besonders in Bezug auf die vorliegenden Populationsstudien. (Orig.).
Erfasst vonDeutsche Nationalbibliothek, Frankfurt am Main
Update2026/3
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