Literaturnachweis - Detailanzeige
| Autor/in | Müller, Birgit |
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| Titel | Deutungsmuster von Abhängigkeit in der Sucht- und Drogenberatung. |
| Quelle | Dresden: Technische Universität Dresden (2026), 245 S.
PDF als Volltext (1); PDF als Volltext (2) Dissertation, Technische Universität Dresden, 2026. |
| Sprache | deutsch |
| Dokumenttyp | online; Monografie |
| URN | urn:nbn:de:bsz:14-qucosa2-1022416 |
| Schlagwörter | Deutungsmuster; Sucht; Dissertation; Drogenberatung; Drogenhilfe; Deutschland |
| Abstract | Die Dissertation mit dem Titel "Deutungen von Abhängigkeit in der Sucht- und Drogenbera-tung" untersucht Deutungen und Handlungsroutinen von Berater:innen der Sucht- und Drogenberatung. Dabei wurden implizite, unbewusst normative Deutungen als Deutungsmuster rekonstruiert und dadurch kritisch-reflexiv betrachtet. Deutungen von Abhängigkeit, als Deutungsmuster explizit (re-)konzipiert und als erfahrungsbasierte und implizite Handlungsroutinen der Berater:innen verstanden, gestalten deren Handlungspraktiken. Dabei ist Abhängigkeit kein allgemeingültiges und neutrales Konzept, sondern durch verschiedene disziplinäre Wissens- bzw. Machtstrukturen und normative Gehalte gestaltet, die sich in den sprachlichen Handlungen (Äußerungen) der Sucht- und Drogenberatung zeigen. Datengrundlage bilden deswegen leitfadengestützte Interviews mit Berater:innen der Sucht- und Drogenberatung. Ausgewertet wurden diese Interviews im Rahmen einer qualitativen, rekonstruktiven und methodentriangulierenden Sozialforschung durch eine Deutungsmusteranalyse und der Grounded Theory Methodology. Es konnten damit vier Deutungsmuster von Abhängigkeit (Abhängigkeit als Negation, als normative Krankheit, als Alltagshandeln und als Erziehungsparadigma) rekonstruiert werden, wobei sich eine Dominanz der Deutung von Abhängigkeit als (normative) Krankheit feststellen lässt, die vorrangig an die Adressat:innen vermittelt wird. Die Deutung von Abhängigkeit als Alltagshandeln konnte als eine alternative und entpathologisierende Deutung rekonstruiert werden. Bei den rekonstruierten beraterischen Handlungsorientierungen bzw. -routinen zeigt sich eine Relevanz der Beziehungs- als Beratungsarbeit, Akzeptanz als Professionalitätsmerkmal und Beratung als Reflexions- sowie pädagogischen (Wissens-)Vermittlungsprozess. Konkret zeigen sich bei einem alltagsbezogenen, subjekt- und akzeptanzorientierten Einzelfallbezug emanzipatorische Handlungspraktiken der Berater:innen, denen jedoch keine alternative Deutung von Abhängigkeit zugrunde liegt. Hier zeigt sich die professionalisierungsbedürftige Handlungspraxis der Sucht- und Drogenberatung, die einerseits neue Wissensbestände integrieren muss, um neben dem Krankheitskonzept alternative Erklärungsmodelle und -prinzipien von Abhängigkeit und alternative Deutungen gestalten zu können. Andererseits bedarf es einer differenzierten, praktischen und theoretischen Betrachtung, einen reflektierten und (selbst- und herrschafts-)kritischen Umgang mit dominanten, oft impliziten, Deutungen von Abhängigkeit, um Professionalisierungsprozesse der Berater:innen zu ermöglichen. (Orig.). |
| Erfasst von | Deutsche Nationalbibliothek, Frankfurt am Main |
| Update | 2026/3 |