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Autor/inWirth, Astrid
TitelDie Home Literacy Environment und frühes Vorlesen im Zusammenhang mit sprachlichen und sozioemotionalen Kompetenzen.
QuelleMünchen: Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität (2020), 207 S.
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Dissertation, Ludwig-Maximilians-Universität München, 2020.
BeigabenLiteraturangaben
Sprachedeutsch
Dokumenttyponline; Monografie
DOI10.5282/edoc.28275
URNurn:nbn:de:bvb:19-282757
SchlagwörterPädagogik; Kognitive Entwicklung; Soziale Herkunft; Kind; Kleinkind; Lernumgebung; Sprachkompetenz; Dissertation
AbstractIn der frühen Kindheit stellt die familiäre Lernumwelt die wichtigste Sozialisationsinstanz dar, welche die Kompetenzentwicklung von Kindern in vielen Bereichen langfristig prägt. Während zahlreiche Studien hierbei auf die Bedeutsamkeit des frühen, regelmäßigen Vorlesens und der Home Literacy Environment (HLE) für die Sprachentwicklung von Kindern hinwiesen, so gibt es keine aktuellen Daten zu den Auswirkungen und Zusammnhängen der familiären Lernumwelt für Kinder in den ersten drei Lebensjahren. In einer ersten Studie wurde daher anhand einer repräsentativen Stichprobe (N =523) für 0- bis 3-jährige Kinder in Deutschland das Vorleseverhalten von Familien analysiert und auf Zusammenhänge mit der HLE und dem kindlichen Sprachstand überprüft. Die Ergebnisse zeigten, dass Eltern im Durchschnitt mit dem Vorlesen begannen, wenn ihr Kind 10 Monate alt war (M = 9.90, SD = 6.67). Ein Fünftel der Eltern las ihrem Kind in den ersten drei Lebensjahren nicht vor (21 %, n = 110). Die Daten weisen auf signifikante Unterschiede zwischen vorlesenden und nicht-vorlesenden Eltern hinsichtlich struktureller Familienmerkmale (Bildungs- und Migrationshintergrund), der Häufigkeit weiterer Alltagsaktivitäten mit ihrem Kind sowie auf Unterschiede im Hinblick auf ihre zugrundeliegenden Überzeugungen zum Einfluss der familiären Lernumwelt auf die kindliche Entwicklung hin. Darüber hinaus zeichneten sich bereits in den ersten Lebensjahren signifikante Zusammenhänge zwischen der HLE, der Vorlesehäufigkeit und dem Sprachstand des Kindes ab, jedoch nicht zwischen dem Zeitpunkt des Vorlesebeginns und dem Sprachstand des Kindes. Zur genaueren Untersuchung der frühen Zusammenhänge der HLE wurden in einer zweiten Studie die Korrelate und Auswirkungen der HLE auf sprachliche und sozioemotionale Kompetenzen von Kindern überprüft. Zwar zeigen aktuelle Studien deutliche Auswirkungen der familiären Lernumwelt auf die sprachliche Entwicklung von Kindern, der Zusammenhang der HLE und insbesondere des gemeinsamen Vorlesens mit der sozioemotionalen Kompetenzentwicklung ist dahingegen nicht abschließend geklärt. N = 132 teilnehmende Kinder wurden in einem längsschnittlichen Studiendesign mit drei Messzeitpunkten im Abstand von jeweils 6 Monaten untersucht. Die Kinder waren zum Studienbeginn im Durchschnitt 37 Monate alt (SD = 4.00). Querschnittsanalysen zum ersten Messzeitpunkt zeigten Zusammenhänge von Vorlesebeginn, -häufigkeit und der globalen HLE mit den sozioemotionalen Kompetenzen, vermittelt über die rezeptiven und expressiven Sprachfähigkeiten der Kinder. Dahingegen wurden keine Zusammenhänge zwischen dem interaktiven Vorlesen mit den Sprach- und sozioemotionalen Fähigkeiten gefunden. In einem Strukturgleichungsmodell über alle drei Messzeitpunkte hinweg konnte die HLE die sozioemotionalen Kompetenzen der Kinder über die Sprachfähigkeiten vorhersagen, mit einem standardisierten indirekten Effekt von .28 (p ( .05). Aus den Ergebnissen beider Studien lassen sich Hinweise für die Gestaltung frühkindlicher Förderung im Rahmen der familiären Lernumwelt ableiten, welche die Notwendigkeit einer frühen Unterstützung und die gezielte Ansprache förderungsbedürftiger Familien in den Fokus setzen. Die gefundenen Auswirkungen der HLE auf die sprach- und sozioemotionalen Kompetenzen bieten Hinweise auf mögliche Wirkmechanismen in der frühen Kindheit und Implikationen für weitere Forschungsansätze, welche im Rahmen von experimentellen Studiendesigns weiter überprüft werden sollen. Die vorliegende Arbeit gewährt somit neue Einblicke in das komplexe Zusammenspiel von Faktoren der familiären Lernumwelt und wie diese bereits in früher Kindheit die kindliche Kompetenzentwicklung vorhersagen können. (Orig.).
Erfasst vonDeutsche Nationalbibliothek, Frankfurt am Main
Update2023/1
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