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Autor/inMavridou, Kiriaki
TitelFit for school.
Effekte eines Elterninterventionsprogramms auf den Schlaf, die Stressverarbeitung und die Cortisol-Exkretion bei Grundschulkindern.
Quelle(2013), 109 S.
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Dissertation, Georg-August-Universität zu Göttingen, 2012.
BeigabenLiteraturangaben; Abbildungen; Tabellen
ZusatzinformationForschungsdaten, Studiendetails und Erhebungsinstrumente
Sprachedeutsch
Dokumenttyponline; Monographie
SchlagwörterStressbewältigung; Eltern-Kind-Beziehung; Kind; Lernerfolgsmessung; Lerneffekt; Lernen; Schlaf; Schlafverhalten; Neuropsychologie
AbstractStress und Schlafstörungen im Kindesalter stellen heutzutage keine Seltenheit mehr dar. Rund 42% der Eltern bemerken Stress-Symptome bei ihren Kindern. Die Stress- Symptome reichen von einfachen Störungen wie Gereiztheit, Unruhe über psychosomatische Beschwerden bis hin zu heftigen emotionalen Problemen. Viele Kinder fühlen sich unwohl, sind nervös oder ängstlich, leiden unter Konzentrationsstörungen. Nicht selten treten in dem Zusammenhang Schlafstörungen auf. In Deutschland beträgt die Prävalenz von mehrfach die Woche auftretenden Schlafstörungen bei Kindern und Jugendlichen circa 15-20%. 36% der 15jährigen geben an, an mindestens vier Schulvormittagen/Woche müde zu sein. Eine wesentliche Voraussetzung der individuellen Lerneffizienz sowie der Nachhaltigkeit des Lernens ist die Tagesbefindlichkeit, die eng mit der Erholsamkeit des Schlafes korreliert. Kinder mit insuffizientem Schlaf leiden vermehrt unter schlechten Schulnoten, emotionalen Problemen und Aufmerksamkeitsdefiziten. In der gesamten kindlichen Entwicklung und in der kindlichen Stressverarbeitung nimmt die Eltern-Kind-Beziehung einen wichtigen Stellenwert ein. Eine adäquate Eltern-Kind-Interaktion kann die kindliche Stressantwort modulieren und reduzieren. Daher war das Ziel unserer Studie zu untersuchen, inwieweit durch eine strukturierte abendliche Eltern-Kind-Intervention, bei schlafgesunden Kölner Viertklässer, Veränderungen des Stresscopings, der urinären Cortisol-Exkretion als neuroendokriner Stressparameter, Schlafqualität und Lerneffizienz zu erwarten wären. Material und Methodik Eingeschlossen wurden 30 schlafgesunde Kölner Grundschulkinder zwischen 9-11 Jahren mit durchschnittlichen Leistungen in den Kernfächern. Diese wurden in die Interventions- oder Kontrollgruppe randomisiert. Dabei zogen jedoch insgesamt neun Familien ihr Einverständnis zur Teilnahme nach dem aufklärenden Elternabend ihr Einverständnis zurück, so dass 21 Familien den beiden Gruppen zugeordnet werden konnten. Als elterliche Intervention wurde eine abendliche 15 minütige Eltern-Kind-Interaktion gewählt, täglich über 4 Wochen, die Vorlesen, eine kurze Erzählung über schulische Inhalte sowie ein Gespräch über die positiven Tageserlebnisse beinhalten sollte. Hierfür wurden die Eltern, adaptiert an dem Therapiemanual für Schlafstörungen im Kindes- und Jugendalter nach Fricke und Lehmkuhl, wöchentlich geschult. Vor und nach der Interventionszeit wurde bei allen Kindern über 5 Nächte Urin gesammelt und gleichzeitig eine Handgelenksaktometrie zur objektiven Bestimmung der Schlafzeiten durchgeführt. Parallel dazu erfolgten die Durchführung eines standardisierten Mathematiktests und Textverständnistests für vierte Klassen, sowie eines alters- und geschlechtsvalidierten Stressfragebogen für Kinder. Für die Auswertung wurde das Sample in Gesamtpopulation, Interventionsgruppe, Kontrollgruppe als auch geschlechtsspezifisch unterteilt. Ergebnisse Insgesamt zeigte sich in der Gesamtpopulation als auch in allen Subgruppen eine Besserung des Textverständnisses. Weiterhin kam es in der Gesamtpopulation als auch in allen Gruppen im Verlauf zu einem späteren Einschlafzeitpunkt, wobei gleichzeitig die Schlafdauer und die Schlafeffizienz abnahmen. Bzgl. der Menge der Cortisol-Exkretion, der Stressverarbeitung und der mathematischen Leistung konnten in allen Gruppen keine prä-post-Unterschiede festgestellt werden. Überraschenderweise zeigten sich signifikante Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen hinsichtlich der Cortisol-Exkretion, wobei die Jungs zum Zeitpunkt ersten Untersuchungseinheit signifikant höhere Cortisol-Werte aufwiesen. Des Weiteren konnte gezeigt werden, dass eine hohe Cortisol-Exkretion sowie ein geringes Ausmaß an positiven Coping-Strategien, einen negativen Einfluss auf die Schlafqualität und die Lerneffizienz ausüben. Innerhalb der Interventionsgruppe konnte gezeigt werden, dass die Zunahme des positiven Stresscopings umso größer ausfiel, je weiter der Aufstehzeitpunkt nach hinten verlagert wurde. Hinsichtlich der elterlichen Intervention ließ sich ein deutlich positiver Einfluss auf die mathematische Leistung im Teilbereich der Arithmetik sowie auf das satzübergreifende Lesen darstellen. Diskussion Die Ergebnisse hinsichtlich der Effekte der positiven Intervention zumindest durch ein vierwöchiges elterliches Edukationsverfahren sind bei der geringen Fallzahl zu uneinheitlich um sichere Schlüsse zu ziehen, zumal die abendlichen Interventionen von Seiten der Eltern nicht regelmäßig durchgeführt wurden. Durch eine gleichzeitige Abnahme der Schlafdauer mit einer Verschlechterung der Schlafeffizienz sowie einer Zunahme der Schlaflatenz, kam es aber auch zu Einflüssen, die die Effektivität wiederum einschränkten, so dass Kausalitäten schwer erkennbar sind, insbesondere inwiefern sich Schlafparameter, Stressverarbeitung, HPA-Aktivität und Lernerfolge gegenseitig modulieren. Dennoch konnte gezeigt werden, dass die regelmäßige Durchführung einer abendlichen elterlichen Intervention einen durchaus positiven Einfluss sowohl auf die mathematische Leistungsfähigkeit als auch auf das Textverständnis ausübt, solange es zu keiner Verschiebung der Einschlafzeit zu einem späteren Zeitpunkt und zu einem verfrühten Aufstehen führt. Die generellen Veränderungen der Schlafparameter wie verminderte Schlafdauer und späterer Einschlafzeitpunkt lassen sich vermutlich mit der Durchführung der Erfassung in der letzten Schulwoche erklären. Die diesbezüglichen Ergebnisse bedürfen einer weiteren Prüfung in größeren Feldstudien, auch zu verschiedenen Zeiten im Schuljahr und nicht nur wie hier durchgeführt in den letzten Schulwochen. Die geschlechtsspezifischen Unterschiede hinsichtlich der Cortisol-Exkretion mit höheren Ausgangswerten bei den Jungen, lassen mit Ergebnissen aus der Literatur decken, wobei Mädchen andere Copingstrategien aufweisen und damit niedrigere Cortisol-Konzentration im Speichel aufwiesen. Zahlreiche Untersuchungen konnten einen negativen Einfluss einer gesteigerten Cortisol-Exkretion auf die Schlafqualität darstellen, was mit unseren Ergebnissen übereinstimmt. Es zeigten sich zum Teil überraschende Ergebnisse, welche Parameter in zukünftigen Studien verwendet werden sollten. Die einfache Messung der nächtlichen Cortisol-Ausscheidung als ein wesentlicher biochemischer Stressparameter ermöglicht Einblicke in Veränderungen der Schlafqualität, die allein mit Stressbewältigungsfragebögen oder Ähnlichem nicht unbedingt erfassbar waren. (Orig.).
Erfasst vonDIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation, Frankfurt am Main
Update2021/1
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