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Literaturnachweis - Detailanzeige

 
Autor/inn/enBischoff, Stefanie; Knoll, Alex
TitelFörderbedürftige Kindheit.
Zur Konstruktion eines Kindheitsbildes aus der Sicht von Eltern.
Paralleltitel: The need to cultivate children - on parents' construction of an image of childhood.
QuelleIn: Diskurs Kindheits- und Jugendforschung, 10 (2015) 4, S. [415]-429
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ZusatzinformationForschungsdaten, Studiendetails und Erhebungsinstrumente
Sprachedeutsch
Dokumenttyponline; gedruckt; Zeitschriftenaufsatz
ISSN1862-5002
URNurn:nbn:de:0168-ssoar-456380
SchlagwörterEmpirische Untersuchung; Leitfadeninterview; Vorstellung (Psy); Kindheit; Kindheitsforschung; Eltern; Kind; Vorschule; Frühförderung; Diskursanalyse; Deutschland; Schweiz
AbstractBilder vom 'Kind' sowie Vorstellungen davon, wie 'Kindheit' ausgestaltet werden soll, sind historisch und gesellschaftlich variabel. Im frühpädagogisch-wissenschaftlichen Feld prominent vertreten ist gegenwärtig das Bild des neugierigen, aktiven und in diesem Sinne durch Erwachsene förderbedürftigen Kindes. Dieses findet aktuell im Rahmen von Bildungs- und Erziehungsplänen und entsprechenden Programmen sowie Handlungsaufforderungen an frühpädagogische Fachkräfte Eingang in die (früh-)pädagogischen Institutionen. Bisher gibt es nur wenig Forschung dazu, wie diese Handlungsaufforderungen aufgenommen werden, insbesondere was die Eltern angeht, die trotz der gegenwärtigen Fokussierung auf institutionelle Settings als bedeutsame Akteure bei der Ausgestaltung von Kindheit betrachtet werden können. Auf der theoretischen Basis der sozialwissenschaftlichen Kindheitsforschung fragen [Autoren] deshalb, wie sich Förderbedürftigkeit von Kindern als diskursives Phänomen in der Elternperspektive darstellt. Dabei interessiert uns zum einen, wie das Konstrukt des "förderbedürftigen Kindes" konkret hergestellt wird, und zum anderen, welche Anschlussmöglichkeiten dies für die Ausgestaltung des Kinderlebens mit sich bringt. Das empirische Fundament bilden 16 leitfadengestützte Interviews mit Eltern von Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren, die im Rahmen zweier Forschungsprojekte in Deutschland und der deutschsprachigen Schweiz durchgeführt und in einem Sample zusammengeführt wurden, um übergreifende diskursive Strukturen sichtbar zu machen. Die Befunde zeigen zum einen, dass 'Förderbedürftigkeit' durch entsprechende Bilder vom Kind, z.B. dem 'wissbegierigen Kind' begründet wird. Zum anderen wird auch mit äußeren Notwendigkeiten wie antizipierten Anforderungen der Schule argumentiert. Die Eltern interpretieren kindliche Förderbedürftigkeit als Handlungsanweisung an sich selbst, was durch Förderung geprägte Gestaltungsweisen des kindlichen Alltags anschlussfähig macht. Die Orientierung von Eltern etwa am internationalen Wettbewerb um Ausbildungs- und Arbeitsplätze verweist darauf, dass öffentliche und politische Diskurse Eingang finden in die Begründung von Förderbedürftigkeit, was mit einer tendenziellen Engführung auf den Erwerb von verwertbaren Kompetenzen verbunden ist. (DIPF/Orig.).

Images of 'the child' and 'childhood' are subjects to changes over time and vary between different societies. In the scientific field of early childhood education, the image of the curious, active child that has to be cultivated by adults currently plays a dominant role. It is implemented in early childhood institutions by several educational preschool curriculums and programs. There is only little research on how these curriculums and programs affect the actions of their addressees, especially when it comes to parents who, despite the current focus on institutional settings, can be viewed as significant actors shaping the everyday life of children. Theoretically based on the sociology of childhood, we therefore first ask how parents in a discursive way construct a childhood in which the child has to be cultivated by involving it in specific activities. Secondly, we explore the consequences of this image of childhood. The analysis is based on 16 semi-structured interviews with parents of children at the age of three to six. The interviews were conducted in two research projects in Germany and German-speaking Switzerland and merged into one sample in order to detect superior discursive structures. Findings first show that parents construct the child that has to be cultivated by referring to corresponding images of the child, e.g., the child being greedy for knowledge. Secondly, parents argue based on external necessities such as anticipated requirements of school. They interpret the child that has to be cultivated as an instruction for themselves. Hence, this image of childhood implies possibilities to shape childhood in a specific manner, i.e., by involving the child in goal-oriented practices. As parents orientate themselves for example toward the international competition for education and employment, this indicates that public and political discourses find their way into the justification of the child's cultivation. In consequence, the main task of the child is restricted to acquire applicable competencies. (DIPF/Orig.).
Erfasst vonDIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation, Frankfurt am Main
Update2016/3
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