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AutorHorn, Elija
TitelJugendbewegung und "Indien". Zur Herausbildung eines jugendkulturellen Topos' um 1918.
QuelleAus: De Vincenti, Andrea (Hrsg.); Grube, Norbert (Hrsg.); Hoffmann-Ocon, Andreas (Hrsg.): 1918 in Bildung und Erziehung. Traditionen, Transitionen, Visionen. Bad Heilbrunn: Verlag Julius Klinkhardt (2020) S. 87-105
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ReiheHistorische Bildungsforschung
Sprachedeutsch
Dokumenttyponline; Sammelwerksbeitrag
ISBN978-3-7815-2395-1; 978-3-7815-5827-4
DOI10.35468/5827_04
URNurn:nbn:de:0111-pedocs-204659
SchlagwörterHistorische Bildungsforschung; Bildungsgeschichte; Geschichte (Histor); Jugend; Jugendbewegung; Jugendkultur; Orientalistik; Interesse; Indienbild; Rezeption; Tagore, Rabindranath; 20. Jahrhundert; Deutschland; Indien; Deutschland (bis 1945)
AbstractIn seinem Beitrag über die Indienbegeisterung in der deutschen Jugendbewegung gelangt der Autor zunächst zu dem Schluss, dass 1918 zwar als Zeitpunkt markiert werden kann, an dem Indien zu einem (jugend-)kulturellen Topos avancierte. Allerdings habe es insbesondere in Krisenzeiten bereits um 1800 und dann wieder um 1968 Vorläufer und Nachfolger der Indienrezeption gegeben. Der Verfasser fragt nach den Gründen für die forcierte jugendbewegte Bezugnahme auf Indien um 1918 und nennt dabei unter anderem die Zivilisationskritik, die Naturbegeisterung, Konflikte mit der Elterngeneration und mit Autoritäten sowie den aktivierten (Selbst-)Mythos von der heiligen Jugend und dem neuen Menschen. Die indische Religion und die Bezugnahme auf hinduistisch-buddhistische Religiosität waren besonders für den neureligiösen, lebensreformerischen Strang der Jugendbewegung attraktiv. Ein anderer Akzent jugendbewegter Indienbegeisterung ist in der Verehrung des Dichters Rabindranath Tagore, 1913 Literaturnobelpreisträger und zugleich zivilisationskritischer, charismatischer Schul- und Sozialreformer, auszumachen. Der als sanft, friedfertig und beschützend geltende Tagore, dessen Rezeption von dem Marburger Pädagogikprofessor Paul Natorp, von Karl Wilker und der Zeitschrift Junge Menschen verstärkt wurde, erhielt in der Jugendbewegung den Status einer prophetischen Moralinstanz gegenüber den so wahrgenommenen verkommenen Eltern und Autoritäten. Abschließend macht der Autor deutlich, dass die Indien-Rezeption um 1918 zwar durch die Kriegs- und Krisenzeit forciert worden sein könnte, jedoch durch längerfristige transnationale Wissenszirkulation in einer ersten Phase globalisierter Kommunikationsräume geprägt wurde. Gerade die Unbestimmtheit des Indien-Topos erlaubte vielerlei kulturkritische, esoterisch-pseudosakrale Zuschreibungen, die mit jugendlicher Selbstfindung, sexuellen Freizügigkeitsvorstellungen und auch eugenisch-rassischem Gedankengut verwoben sein konnten. (DIPF/Orig.)
Erfasst vonDIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation, Frankfurt am Main
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