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AutorDe Vincenti, Andrea
TitelPatriotische Männlichkeiten? Körper- und Charaktererziehung im Seminar-Turnverein Küsnacht 1900-1925.
QuelleAus: De Vincenti, Andrea (Hrsg.); Grube, Norbert (Hrsg.); Hoffmann-Ocon, Andreas (Hrsg.): 1918 in Bildung und Erziehung. Traditionen, Transitionen, Visionen. Bad Heilbrunn: Verlag Julius Klinkhardt (2020) S. 65-86
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ReiheHistorische Bildungsforschung
Sprachedeutsch
Dokumenttyponline; Sammelwerksbeitrag
ISBN978-3-7815-2395-1; 978-3-7815-5827-4
DOI10.35468/5827_03
URNurn:nbn:de:0111-pedocs-204640
SchlagwörterHistorische Bildungsforschung; Bildungsgeschichte; Geschichte (Histor); Turnverein; Körpererziehung; Männlichkeit; Patriotismus; Persönlichkeitsbildung; Körperkultur; Leitbild; Körperbild; Geschlecht; Geschlechtsspezifische Sozialisation; Geschlechtergeschichte; Turnen; Historische Quelle; 20. Jahrhundert; Schweiz
AbstractDie Autorin stellt den Turnverein der Zöglinge am Kantonalen Lehrerseminar in Küsnacht ins Zentrum ihrer Analyse. Turnen galt zur Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert nicht als sportliche Freizeitbeschäftigung, sondern zumindest im Selbstverständnis der Turner als wichtige Grundlage einer prosperierenden Nation, indem es sowohl den Körper als auch den Charakter bilde. Der idealisierte männliche Bürger wurde sowohl in ökonomischer als auch militärischer Hinsicht als Basis einer gelingenden nationalen Gemeinschaft gesehen. Männlichkeit war also ein zentrales Konzept bei der Imagination einer prosperierenden Nation, die Turnvereine gerieten zu paradigmatischen Orten, an denen die so projektierte Männlichkeit angeblich erworben werden konnte. Am Beispiel des Seminarturnvereins diskutiert die Autorin, welche vielleicht auch heterogenen Leitbilder von Männlichkeit im Verein zirkulierten und welche Praktiken angeblich zu ihrer Erlangung beitrugen. Geschlecht wird dabei als stets neue Resultierungen eines beweglichen Ensembles von Praktiken verstanden, das relational – also mit Bezügen etwa zur Weiblichkeit oder zur Unmännlichkeit – hervorgebracht wird. Der Beitrag fragt angesichts der Jugendlichkeit der Seminaristen auch nach der Spezifik der im Seminarturnverein sich etablierenden Männlichkeiten sowie nach der Bedeutung von 1918 bei der Entwicklung der dynamischen Geschlechterkonfigurationen im Verein. Dazu wird der Erziehungsanspruch an Körper und Charakter – etwa zu Kameradschaft, Geselligkeit oder Heimatliebe – mit Blick auf die eigentliche „Turn-Arbeit“ sowie auf die Turnfahrten untersucht. Insbesondere interessiert, wie sich konkurrierende und teilweise auch ergänzende Leitbilder von Männlichkeit zueinander verhielten und ob sich im Zusammenhang mit 1918 diesbezügliche Neukonfigurationen beschreiben lassen. (DIPF/Orig.)
Erfasst vonDIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation, Frankfurt am Main
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