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AutorLink, Pierre-Carl Damian
TitelAndersorte als "gesprengte Institutionen"? Befreiungstheologische Lesarten der Pädagogik bei psychosozialen Beeinträchtigungen.
QuelleIn: Emotionale und soziale Entwicklung in der Pädagogik der Erziehungshilfe und bei Verhaltensstörungen : ESE, 2 (2020) 2, S. 46-59
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Sprachedeutsch
Dokumenttyponline; Zeitschriftenaufsatz
ISSN2629-0170
ISBN978-3-7815-2380-7
DOI10.35468/5819_04
URNurn:nbn:de:0111-pedocs-202103
SchlagwörterPsychosoziale Störung; Psychosoziale Entwicklung; Befreiung (Theol); Theologie der Befreiung; Institutionalisierung; Inklusion; Integrative Pädagogik; Sonderpädagogik; Sonderpädagogische Einrichtung; Jugendstrafanstalt; Jugendstrafvollzug; Sonderschule
AbstractInklusive Pädagogik ist ein flexibles und apersives Konstrukt, das sich je nach seinen Gegenständen und Referenzdisziplinen neu zu erfinden hat. Inklusive Pädagogik ist das der Sonderpädagogik gegenüberliegende Moment. Zwischen beiden bildungs- und erziehungswissenschaftlichen Perspektiven liegt ein dialektisches Movens, dessen beide Disziplinen bedürfen. Bisher waren Tendenzen wie Widerlager inklusiver Pädagogik bereits innerhalb sonderpädagogischer Disziplinen vorhanden. Inklusive Pädagogik kann aber auch Herzstück sonderpädagogischer Wissenschaft insofern sein, wenn letztere als Pädagogik der Befreiung konzeptualisiert wird. Jugendstrafvollzugsanstalten und Förderschulen, die sich öffnen, zur Befreiung ihrer Subjekte beitragen und zu „gesprengten Institutionen“ (Mannoni, 1973a) werden, stellen damit die Befreiung der Unterdrückten und Ausgegrenzten und die Anerkennung des Subjekts zum Mittel- und Zielpunkt ihres Auftrags. In den Blick genommen werden deshalb exemplarisch zwei Handlungsfelder sonderpädagogischer Disziplin: Im außerschulischen Bereich wird der Jugendstrafvollzug, im schulischen Bereich die Förderschule als „gesprengte Institution“ analysiert. Kritisch diskutiert wird an diesen Handlungsfeldern die Theologie der Befreiung als Bezugswissenschaft für die Pädagogik bei psychosozialen Beeinträchtigungen. Parallelen finden sich dabei zur von Walkenhorst (2017) postulierten „Befähigungspädagogik“. Hoffmann (2018) hat den Versuch unternommen, Inklusionspädagogik befreiungspädagogisch zu lesen. Das Ziel dieses Beitrags ist es, der Absicht einen Anfang zu setzen, die Befreiungstheologie für das Feld der Pädagogik bei psychosozialen Beeinträchtigungen begründet zu erschließen und damit wieder eine stärker gesellschaftskritische Positionierung dieser Disziplin zu betonen. (DIPF/Orig.)
Erfasst vonDIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation, Frankfurt am Main
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