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Literaturnachweis - Detailanzeige

 
AutorBrügelmann, Hans
TitelWas Benjamin über Buchstaben und Zahlen denkt.
Paralleltitel: Benjamin's thinking about letters and numbers.
QuelleIn: PÄD extra, (1984) 1, S. 22-28
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BeigabenLiteraturangaben
Sprachedeutsch
Dokumenttyponline; Zeitschriftenaufsatz
ISSN0933-7997; 0943-0598; 0341-7069
URNurn:nbn:de:0111-pedocs-201793
SchlagwörterDenkentwicklung; Lesenlernen; Lese-Rechtschreib-Schwäche; Schreib- und Lesefähigkeit; Anfangsunterricht; Pädagogik; Erfahrung; Grundschule; Primarbereich; Lehr-Lern-Prozess; Lernen; Didaktik; Lernziel; Unterrichtsmaterial; Deutsch; Deutschunterricht; Rechtschreibung; Schreiben; Schriftsprache; Mathematikunterricht; Zahl
AbstractWenn ein Grundschüler "Fohgl" statt "Vogel" schreibt, so ist das für viele immer noch ein schwerer Fehler. Man kann diese Schreibweise aber auch als sinnvolle Annäherung an unsere Rechtschreibung betrachten. Denn in den Fehlern können durchaus sinnvolle Lernfortschritte liegen. Eine solche Einstellung setzt allerdings eine andere Sicht vom kindlichen Lernen voraus. In dem Beitrag wird an Lese-, Schreib- und Rechenversuchen von Schulanfängern gezeigt, wie sie sich einen Reim auf die fremden Symbolwelten Schrift und Zahlen machen. Diese Einblicke in die Denkwelt von Schulanfängern sollten uns warnen, Fehler einfach als "Versagen" oder als "Lernschwäche" zu deuten und zu behandeln. Die Vorstellungen der Kinder von Schrift resultieren aus dem Bemühen, ihre persönlichen Erfahrungen mit Hilfe ihrer Denkmuster sinnvoll zu ordnen; dass auch "falsche" Vorstellungen dem Kind beim Verständnis seiner Umwelt weiterhelfen können; dass sie nicht willkürlich zustande kommen, sondern regelhaft organisiert sind; und dass naive Vorstelllungen notwendige Vorstufe für die Entwicklung angemessener Konzepte sind - ja dass eine zahlenmäßige Zunahme von Fehlern Fortschritte in dieser Entwicklung signalisieren kann. Viele Schulen aber verlassen sich weiterhin auf die Einheitsfibel für die ganze Klasse. Sie lassen die Kinder im Gleichschritt durch verbindliche Lehrgänge marschieren, die auf die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen allenfalls im Tempo Rücksicht nehmen und die wenig Raum für das Ausprobieren der individuellen Vorstellungen von Schrift lassen. Lehrgänge sind Krücken für Lehrer-Anfänger, damit sie allmählich ihre eigenen Erfahrungen sammeln, ihr Repertoire erweitern und damit vom Lehrgang unabhängig werden können. Das heißt aber: Der Lehrgang muss in den Kopf des Lehrers und der Lehrerin verlagert werden. Mehr noch: Aus dem linearen Lehrgang muss eine verzweigte didaktische Landkarte für unterschiedliche Lernwege werden. (Autor)
Erfasst vonDIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation, Frankfurt am Main
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