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AutorenBellenberg, Gabriele; Im Brahm, Grit
TitelVerachtung der Pädagogik und gesellschaftliche Selektion.
Am Beispiel der Institution Schule.
QuelleAus: Ricken, Norbert (Hrsg.): Über die Verachtung der Pädagogik. Analysen, Materialien, Perspektiven. 1. Aufl. Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss. (2007) S. 217-234
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Sprachedeutsch
Dokumenttyponline; gedruckt; Sammelwerksbeitrag
ISBN978-3-531-14829-8; 978-3-531-90737-6
DOI10.1007/978-3-531-90737-6_10
SchlagwörterBildungsforschung; Soziale Ungleichheit; Bildungswesen; Schule; Schulforschung; Schulsystem; Gegliedertes Schulsystem; Schulentwicklung; Schulstruktur; Sitzen bleiben; Unterricht; Allokation; Auslese; Entwicklung; Selektion; Deutschland
AbstractDas deutsche Schulsystem ist als Berechtigungssystem angelegt: eine der zentralen Aufgaben des Systems ist die gesellschaftliche Allokation - also die gesellschaftliche Platzierung, vermittelt über die Selektion in der Schule. Dies geschieht tagtäglich durch Leistungsrückmeldungen, durch Noten in Klassenarbeiten und für mündliche Mitarbeit, durch die Dokumentation von Leistungen auf Zeugnissen, durch die Vergabe - oder Nichtvergabe - von Schulabschlüssen. In Deutschland sind die Erwerbstätigkeit, das Einkommen, die Lebensführung und die gesellschaftliche Teilhabe in hohem Maße an schulische Abschlüsse gekoppelt. Das Schulsystem in Deutschland übt diese Aufgabe so aus, dass dabei in erheblichem Maße nicht nach individueller Leistung, sondern auch nach sozialer Herkunft selektiert wird. Diesen Mechanismus haben Sozial- und Erziehungswissenschaftler seit den 1960er Jahren vielfach belegt und in wissenschaftlichen Diskussionen breit zur Diskussion gestellt (vgl. exemplarisch Bourdieu/Passeron 1971). Trotz der daraus folgenden großen Aufmerksamkeit der bildungspolitisch interessierten Öffentlichkeit - sei es in den 1960er Jahre oder heute - blieb (und bleibt) dieses Wissen bis in die Gegenwart hinein folgenlos. Vor diesem Hintergrund möchten wir die These aufstellen, dass die Konstanz dieses defizitären Zustandes über einen so langen Zeitraum seines Bekanntseins auf zweierlei Verachtungsmomente zurückzuführen ist, nämlich auf ein gesellschaftliches und ein systemimmanentes: das gesellschaftliche Moment zeichnet sich durch eine Verachtung der Pädagogik und des von ihr bereitgestellten Wissens, das systemimmanente Moment durch eine Verachtung in der Pädagogik aus. Auf der Ebene der Gesellschaft scheint uns die Missachtung des pädagogischen Wissens um die soziale Selektivität nur möglich zu sein, weil die hier zur Rede stehenden Gruppen selbst gesellschaftlich wenig mächtig und bedeutsam waren und sind. Ihre Belange lassen sich daher vergleichsweise folgenlos ignorieren. Aber auch im Schulsystem, das ist der zweite Teil unserer These, wird das pädagogische Wissen um Benachteiligungsmechanismen ebenfalls ignoriert. Bisher gab es wenig Anlass, an der Güte des deutschen Schulsystems nachhaltig und folgenreich zu zweifeln, erst die großen Schulleistungsstudien haben dieses Denken nachhaltig erschüttert. Dabei werden wir in unseren Überlegungen so vorgehen, dass wir in einem ersten Schritt das Wissen - und dessen Ignoranz - über diese soziale Selektivität seit den 1960er Jahren belegen (1), bevor wir die Verachtungsthesen anhand empirischer Befunde und mit Blick auf die Reaktionen anderer europäischer Länder zu belegen versuchen (2). In einem dritten Schritt wollen wir dann Handlungsmöglichkeiten zur Verbesserung aufzeigen (3) und schließlich eine über unsere These hinausgehende Erklärung für die Beibehaltung eines uneffektiven und die soziale Selektivität forcierenden Schulsystems aufzeigen (4).
Erfasst vonExterner Selbsteintrag
Update2019/3
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