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AutorAuchter, Thomas
TitelKeine Toleranz für Intoleranz?
Fundamentalismus - regressive Prozesse in Religion und Politik.
QuelleIn: Wege zum Menschen, 67 (2015) 3, S. 253-264
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Sprachedeutsch
Dokumenttyponline; gedruckt; Zeitschriftenaufsatz
ISSN0043-2040
DOI10.13109/weme.2015.67.3.253
SchlagwörterEntwicklungspsychologie; Adoleszenz; Extremismus; Politik; Fundamentalismus; Religion
AbstractAus einer psychoanalytischen bzw. psychosozialen Perspektive stellen der religiöse und der politische Extremismus eine seelische Rückentwicklung, eine 'Regression' auf unreife Entwicklungsstadien und archaische psychische Regulationsmechanismen dar. Psychodynamisch betrachtet ist der Extremismus jeglicher Couleur das Produkt von Verunsicherung und Angst und deren megalomaner Abwehr. Im malignen Narzissmus des Extremisten regieren vor allem die frühkindlichen unbewussten Mechanismen der 'Spaltung', der 'Externalisierung' und der 'Projektion'. Dadurch entsteht die simplifizierende, eindimensionale Welt des Fundamentalisten, in der 'das Gute', 'Reine' und 'Ideale' eindeutig von 'dem Bösen', ¿'Unreinen' und 'Unvollkommenen' differenziert werden kann. Da der Fundamentalist sich der sicheren Überzeugung wähnt, dass er die einzige und richtige 'Wahrheit' besitzt, muss er fanatisch und hasserfüllt all diejenigen bekämpfen, die seine Selbstgewissheit durch abweichende Auffassungen gefährden. Er ist nicht in der Lage, die 'Andersartigkeit des Anderen' (Levinas) zu respektieren, weil es ihn zu stark verunsichern würde. Aus dieser Angst entspringen dann auch der 'Rassismus' bzw. die 'Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit'. Die Auseinandersetzung um die absolute Wahrheit kann nur in destruktive, tödliche Gewalt münden, wenn sie nicht durch 'Realitätsprüfung' und Toleranz modifiziert wird.

From a psychoanalytic or psychosocial perspective the religious and the political extremism show a 'regression' on immature developmental stages and archaic psychic regulation mechanisms. In the malignant narcissism of the extremist dominates the unconscious infantile psychic mechanisms 'splitting'¿ 'externalization' and 'projection'. In the simplifying, linear world of the fundamentalist can unambiguously be differentiated the 'good'¿ 'clean' and 'ideal' from the 'bad'. 'impure' and 'imperfect'. Because the fundamentalist thinks to the sure conviction that he owns the only and right 'truth', he must fight fanatically and with hatred against all those which endanger his self-assurance by divergent views. The discussion about the absolute truth can flow only into devastating, deadly violence if it is not modified by 'reality-testing' and tolerance.
Erfasst vonComenius-Institut, Münster
Update2016/1
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