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AutorPetzold, Matthias
TitelEinzelkinder in der Volksrepublik China. Verhaltensauffaelligkeiten als Resultat der Politik der Ein-Kind-Familie?
QuelleIn: Psychologie in Erziehung und Unterricht, 35 (1988) 2, S. 81-89    Verfügbarkeit 
Sprachedeutsch
Dokumenttypgedruckt; Zeitschriftenaufsatz
ISSN0342-183x
SchlagwörterKindesentwicklung; Sozialisation; Kinderforschung; Familienerziehung; Kind; Soziales Lernen; Bevölkerungsentwicklung; China
AbstractDr. Matthias Petzold, Institut fuer Entwicklungs- und Sozialpsychologie der Universitaet Duesseldorf, hat mit Unterstuetzung der Deutschen Forschungsgemeinschaft die Vorarbeiten zu diesem Artikel durchgefuehrt. Die rigorose Politik der Ein-Kind- Familie in der Volksrepublik China steht, wie er ausfuehrt, in einem derzeit unaufloesbaren Dilemma: aus bevoelkerungspolitischer Sicht sind nur wenige Kinder erwuenscht, um das rasche Bevoelkerungswachstum zu stoppen. Aus der Sicht der Familie jedoch gewaehrleistet allein der Kinderreichtum eine Versorgung im Alter. Dieses Dilemma kann die chinesische Regierung zur Zeit nicht aufheben, da eine allgemeine Sozialversicherung in China nicht finanzierbar ist. Deshalb werden zahlreiche rigorose Massnahmen durchgefuehrt, um die Politik der Geburtenplanung dennoch durchsetzen zu koennen. Erreicht wurde damit immerhin, dass inzwischen 70 bis 90 Prozent der Familien in den grossen Staedten sowie in einer Reihe von Provinzen nur noch ein Kind haben. Wie wirkt sich nun diese neue Situation auf das Verhalten und die Persoenlichkeit der Einzelkinder aus? Noch in den fuenfziger Jahren wuchsen chinesische Kinder zumeist in Familien mit etwa drei Kindern auf. Diese Kinder aus Mehrkindfamilien wurden gewoehnlich auch von der Forschung als selbstsicher, selbstaendig, kooperativ, ordnungsliebend wie auch intellektuell sehr leistungsfaehig beschrieben. Die chinesische Forschung, insbesondere auch die Hochbegabtenforschung, hat sich in neuerer Zeit besonders den Einzelkindern zugewandt. Dabei wurden bei den Einzelkindern bessere Schulleistungen festgestellt als bei Kindern mit Geschwistern. Die chinesischen Forscher fuehren dies auf eine vermehrte Zuwendung und Foerderung der Einzelkinder durch die Eltern zurueck. Weitere chinesische Forschungen zeigen aber, dass gleichzeitig diese Einzelkinder ueberzufaellig haeufig ein unkooperatives soziales Verhalten zeigen. Sie sind unselbstaendiger, respektloser zu Erwachsenen oder erweisen sich als besonders erpicht auf modische Kleidung. Dies haengt offenbar damit zusammen, dass die heutigen chinesischen Einzelkinder von ihren Eltern sehr viel mehr verzogen und auch finanziell verwoehnt werden koennen, als dies in einer Mehrkindfamilie moeglich ist. In einer weiteren, vom Autor zitierten chinesischen Untersuchung zeigt sich, dass aeltere Einzelkinder dagegen keine anderen sozialen Verhaltensweisen als Kinder aus Mehrkindfamilien aufweisen, vielleicht ein Ergebnis der institutionellen Erziehung? Der Autor macht deutlich, dass die Fragen und Probleme der chinesischen Kinderforschung im Lichte westlicher Fragestellungen von grossem Interesse sind.
Erfasst vonSekretariat der Kultusministerkonferenz, Bonn
Update1998_(CD); 2001/1
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