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AutorHann, Ulrich
TitelBildungssozialisation aus interkultureller Sicht. Zum Lehr- und Lernverhalten in Suedkorea.
QuelleAus: Materialien Deutsch als Fremdsprache, 1986 25. (1986) S. 111-157    Verfügbarkeit 
BeigabenLiteraturangaben 31; Grafiken 1
Sprachedeutsch
Dokumenttypgedruckt; Sammelwerksbeitrag
SchlagwörterInterkulturelle Kommunikation; Lernpsychologie; Schulorganisation; Lehrerausbildung; Lernen; Didaktische Grundlageninformation; Deutsch; Sprachverhalten; Sprechen; Hochschule; Interkultureller Vergleich; Korea
AbstractDie Beobachtungen und Erfahrungen zur Bildungssozialisation aus interkultureller Sicht am Beispiel Suedkoreas veranlassen den Verfasser vorzuschlagen, die eigenkulturellen Konzepte zu erweitern, indem man bestimmte fremdkulturelle Lernvoraussetzungen in das Lernertraining integriert. Bereits existierenden Modellen dieser Art stehen entgegengesetzte Forschungsansaetze gegenueber. Der Verfasser gibt einen Ueberblick ueber Schulwesen und Universitaet in Suedkorea. An eienr Reihe von Fallbeispielen verdeutlicht er zwei zentrale Thesen: Suedkoreaner lernen und lehren anders als wir, ihr sprachliches und soziales Handeln ist ein anderes; sie scheinen neurophysiologisch anders konditioniert zu sein als die Deutschen. Hinzu kommt ein in den sozialen Einstellungen begruendetes, hochdifferenziertes Verhaeltnis zur Sprache. Sehr grosse kulturell bedingte Schwierigkeiten ergeben sich auch aus den ganz unterschiedlichen Deutungsweisen bestimmter Begriffe oder dem metaphorischen Wortgebrauch im Deutschen und Koreanischen. Bestimmte Lernmechanismen und Sprecherhaltungen koreanischer Lerner, erst schrittweise entdeckt, demonstriert der Verfasser an den sechs Sprachstufen der koreanischen Sprache mit den entsprechenden Beispielen. Diese fein zu unterscheidenden Sprachstile, etwa beim Gebrauch der Personalpronomina, resultieren aus dem jeweiligen sozialen Status der Sprechpartner. Diese sind in keiner Weise ins Deutsche uebertragbar - vielleicht auch ein Grund fuer die "Sprachlosigkeit" dieser Lerner; ihr Begriff von Kommunikation ist nicht deckungsgleich mit dem westlichen. Der Verfasser versucht dem Dilemma interkulturell unterschiedlicher Bildungssozialisation durch einige konkrete Vorschlaege entgegenzutreten: Der westlichen paedagogischen Anspruchshaltung sollte ein Ende gemacht werden. Es ist ein Handbuch zum interkulturellen Lernen zu entwickeln, ferner kommt ein interkulturelles Lernertraining der deutschen Sprachlehrer in Betracht, also eine vorwaerts orientierte Fremdsprachenpaedagogik.
Erfasst vonInformationszentrum für Fremdsprachenforschung, Marburg
Update1998_(CD); 2001/1
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