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AutorSteets, Bernd
TitelGo West? Go East! Neue deutsche Erfahrungen.
QuelleIn: Die Deutsche Bühne, 62 (1991) 2, S. 50-53    Verfügbarkeit 
Sprachedeutsch
Dokumenttypgedruckt; Zeitschriftenaufsatz
ISSN0011-975x
SchlagwörterTheater; Schauspieler; Deutschland-Östliche Länder
AbstractIn dieser vom Deutschen Buehnenverein/ Bundesverband Deutscher Theater herausgegebenen Zeitschrift wird ueber Erfahrungeder Republik derzeit im deutschen Osten machen. Es geht zwar das Geruecht um, dass eine Schauspielerinvasion aus der ehemaligen DDR drohe oder schon in Gang sei, doch die Realitaet sieht, wie der Artikel deutlich macht, anders aus: unter den 2.500 Schauspielern in der ehemaligen DDR gibt es kaum f r e i e Schauspieler. Nach der Hochschulausbildung war jedem ein Engagement sicher. Die Zahl der nach der Vereinigung vom Osten in den Westen engagierten Schauspieler betraegt nach den hier veroeffentlichten Informationen noch nicht einmal die Zahl 100. So viele oder mehr kamen aber auch schon frueher mit oder ohne Genehmigung. Seit der Vereinigung oeffnet sich nun also ein neuer Arbeitsmarkt fuer Theaterleute im Osten. Selbst Intendanten werden von Theatern im Osten per Annonce im Westen gesucht. Erste Erfahrungen liegen vor. Im vorliegenden Artikel werden einige Beispiele gebracht: Eine junge Schauspielerin aus Muenchen, die jetzt in Zittau nahe der polnischen und tschechischen Grenze arbeitet, empfindet die kuenstlerische Situation dort als "schwierig bis verheerend", will aber ihr "Experiment" noch nicht aufgeben. Ganz andere Stimmen kommen von Schauspielern, die sich am Theater in Schwedt, nur 70 Kilometer von Berlin zusammengefunden haben. Dort sind mehrere junge Schauspieler neu engagiert, die an der Hochschule der Kuenste in Berlin ausgebildet wurden. Die Stadt finden zwar alle ziemlich schrecklich, so dass einige ihre Wohnung in Berlin beibehalten haben. Diese jungen Schauspieler berichten von interessanten kuenstlerischen Projekten und einem starken Gemeinschaftserlebnis. All diese jungen Kuenstler haben allerdings Schwierigkeiten, sich mit der niedrigen Gage von 1.400,- DM, die im Osten ueblich ist, zu arrangieren. Das Problem Finanzen ist auch fuer den neuen Intendanten des Mecklenburgischen Landestheaters Parchim schwierig, der aus Oldenburg kommt und eine Familie hat. Doch ihn fasziniert die Arbeit, die ueber Erwartung gut laeuft. Der Artikel fasst die Erfahrungen der Theaterleute, die in die neuen Bundeslaender gegangen sind, so zusammen: "Lebensbedingungen hart, kuenstlerische Arbeit gut, Resonanz schlecht, aber mit positiver Tendenz". Doch niemand weiss, wie man die Theater bei Angleichung des Gagenniveaus an den Westen mit ihrer bisherigen Produktionskapazitaet und Ensemblestaerke kuenftig finanzieren soll.
Erfasst vonSekretariat der Kultusministerkonferenz, Bonn
Update1998_(CD); 2001/1
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