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TitelKinder:missachtet, misshandelt, missbraucht.
Heftthema.
QuelleIn: Welt des Kindes, 69 (1992) 3, S. 6-31    Verfügbarkeit 
Sprachedeutsch
Dokumenttypgedruckt; Themenheft; Zeitschriftenaufsatz
ISSN0373-5885
SchlagwörterSozialpsychologie; Kindesmisshandlung; Familienpsychologie; Kinderschutz; Sexueller Missbrauch; Jugendhilfe
AbstractKindern steht zwar verfassungsrechtlich der gleiche Schutz durch menschliche Grundrechte zu wie Erwachsenen. Beispiele zeigen jedoch, dass dies bereits beim Umgang staatlicher Behoerdenvertreter, die das "Kindeswohl" sichern sollen, nicht immer der Fall ist: Die gestattete Gewalt (Jopt). Der sexuelle Missbrauch von Kindern wird noch immer weitgehend geleugnet und bagatellisiert. Dennoch findet er tausendfach jaehrlich statt. Ueber Zaertlichkeit und Spiel wird vom Taeter rasch ein sich blitzartig intensivierendes sexuelles Handeln aufgebaut, dessen Geheimhaltung mit Drohungen und Gewalt erzwungen wird. Familiendynamische Zusammenhaenge zeigen, dass ein psychisch defizitaerer, selbstwertunsicherer Erwachsener in einer unreifen Partnerbeziehung im Kind seine Beduerfnisse nach Anerkennung und Aufwertung befriedigt. Dies geschieht mit dem Ziel, das Familiensystem zu stabilisieren. Die Folgen sexuellen Missbrauchs sind "Seelenmord", Zerstoerung und Brechung des Identitaetsgefuehls des Kindes (Braun). In der Praxis der Beratungsstellen, die sich der sexuell missbrauchten Kinder annehmen, gilt es, mit Kompetenz und Fingerspitzengefuehl diesen Problemen zu begegnen. Dem Kind gilt dabei die groesste Aufmerksamkeit. Es soll sicher sein, dass ihm "in diesem Raum nichts passieren kann" (Garbe). Geaeusserte Notsignale von Kindern beduerfen der umsichtigen Behandlung. Die Eltern der Kinder duerfen nicht angegriffen oder schlecht gemacht werden, denn die Kinder identifizieren sich trotz der negativen Erfahrungen mit ihren Eltern. Erzieherinnen koennen viel tun, wenn sie "das misshandelte Kind im Alltag begleiten, es nicht allein lassen, bei ihm bleiben" (Saller/ Schneider). Eine Wurzel der Probleme von Misshandlung liegt in der kirchlichen und gesellschaftlichen Ueberschaetzung von Familie. Der Funktionsverlust von Familie wird nicht zur Kenntnis genommen, im Gegenteil werden die Probleme von Nicht- Gelingen und Scheitern tabuisiert. Nicht der Kampf gegen die Familie muss gefuehrt werden, sondern die Auseinandersetzung um Formen neuer, bekoemmlicher Beziehungen in der Familie (Fuchs).
Erfasst vonDeutsches Jugendinstitut, München
Update1998_(CD); 2001/1
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