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Literaturnachweis - Detailanzeige

AutorGrymer, Herbert
TitelDie Angst, der Feind, die Deutschen und ihre Auslaender.
QuelleIn: Neue Praxis, 22 (1992) 3, S. 181-206    Verfügbarkeit 
Sprachedeutsch
Dokumenttypgedruckt; Zeitschriftenaufsatz
ISSN0342-9857
SchlagwörterAngst; Sozialpsychologie; Soziale Entwicklung; Individualisierung; Diskriminierung; Gesellschaftstheorie; Desintegration; Risiko; Ausländer; Deutschland-BRD
AbstractDie wirklichen Ursachen der Fremdenfeindlichkeit in Deutschland lassen sich nur verstehen, wenn das Problem als vielschichtiger und komplexer Zusammenhang gesehen wird. Die Geschichte Deutschlands verweist auf eine Kette von Identitaetsbruechen, die zu kulturellen Unsicherheiten gefuehrt haben. Als psychische Entlastungsmechanismen von Angst und Unsicherheit bieten sich die Projektion und die Schaffung von Suendenboecken an. Gesellschaftliche Vorgaenge des Wandels haben einen verunsichernden Einfluss auf die Identitaetsbildung und auf die Verlaesslichkeit des Wertesystems. Die steigende Komplexitaet fuehrt zu Unueberschaubarkeit und Ungewissheit. Das Subjekt ist in einer durchtechnisierten verwalteten Welt zunehmend einflusslos. Hinzu tritt das steigende Risikopotential von abstrakten Gefahren. Und schliesslich muss der Widerspruch zwischen fortschreitender Individualisierung und gleichzeitig steigender Abhaengigkeit von Institutionen verarbeitet werden. Angst- und Bedrohungsgefuehle muessen nicht von jedem in Aggressivitaet umgesetzt werden. In einem Klima latenter Feindseligkeit druecken einige im Handeln aus, was viele denken. Diese "notwendige Bedingung" fuer offen feindseliges Verhalten wird durch die "hinreichenden Bedingungen" ergaenzt, dass das allgemeine Niveau von Angst und Bedrohung gesteigert ist und dass es Gruppen oder Situationen gibt, bei denen Affektkontrollen und Selbstzwaenge unter das sonst uebliche Mass herabgesetzt sind. Politisches Handeln muss darauf gerichtet sein, neue Einfluss-, Mitwirkungs- und Gestaltungschancen zu eroeffnen. "Konsumismus als Beschwichtigungsmittel" kann nicht laenger als Mittel der Konfliktvermeidung Anwendung finden.
Erfasst vonDeutsches Jugendinstitut, München
Update1998_(CD); 2001/1
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