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Forschungsdaten Bildung - Details zur Studie:

Grundschulkinder deuten Anschauungsmittel

Ziel des Vorhabens war es, Deutungen von Grundschulkindern zu mathematischen Anschauungsmitteln interpretativ zu analysieren und auf dieser Grundlage wesentliche Rahmungen herauszuarbeiten. Weiter wurde erfasst, in welcher Weise diese Rahmungen die Kinder in einem strukturorientierten und flexiblen Gebrauch von mathematischen Veranschaulichungen beeinflussen. Die Studie war als qualitative Interventionsstudie angelegt, in der jeweils 20 halbstandardisierte Präinterviews und Postinterviews mit Kindern eines dritten Jahrgangs durchgeführt wurden. Die Intervention erfolgte ebenfalls in zwei dritten Klassen in Form von zehn Unterrichtsstunden à 45 Minuten. Ziel der Stunden war es, die Kinder in eine spezielle Unterrichtskultur einzuführen, in der gerade die Mehrdeutigkeit von Anschauungsmitteln produktiv genutzt wird, um die visuelle Strukturierungsfähigkeit zu fördern. Die Analyse der Daten erfolgte über (…) interpretative Methoden unter Einbeziehung einer epistemologischen Orientierung. In einem ersten Schritt wurden die Lösungen der Kinder mithilfe des Analyseinstruments "4 Ebenen der visuellen Strukturierungsfähigkeit" von Söbbeke typisiert. In einem zweiten Schritt wurden die Begründungen der Kinder hinsichtlich genutzter Kontexte und Sinngebungshorizonte untersucht und charakterisiert. Die Ergebnisse zeigen, dass die Strukturierungsfähigkeit maßgeblich von den eingenommenen Rahmungen der Grundschulkinder beeinflusst wird. Als typische Deutungsmuster konnten „objektbezogene“ und „systembezogene“ Rahmungen herausgearbeitet werden. Der objektbezogene Rahmungstyp zeichnet sich dadurch aus, dass gegebene Kontextelemente als dingliche Einzelobjekte gedeutet werden. Dahingegen fokussieren Kinder mit einer systembezogenen Rahmung weniger auf die Kontextelemente selber, sondern vielmehr auf Beziehungen zwischen diesen Elementen und interpretieren sie als Symbole in einem System. Weiterhin zeigt sich, dass Aufgaben, die zu Umdeutungen von Darstellungen herausfordern, Modulationen von Rahmungen forcieren. So nehmen die Kinder im Postinterview zunehmend aspekteweise systembezogene Rahmungen ein. (DIPF/Projekt/Projektträger)

Studien- und Projektinformationen

UntertitelEine epistemologische Kontext- und Rahmenanalyse zu den Bedingungen der visuellen Strukturierungsfähigkeit
Laufzeit01.02.2010 - 31.03.2013
ProjektleitungSteinbring, Heinz
Beteiligte Wissenschaftler/innenSteenpaß, Anke
Beteiligte Institution(en)Fakultät für Mathematik (Universität Duisburg-Essen)
Kontakt des Projektsheinz.steinbring@uni-due.de
Projektwebsitehttp://www.empirische-bildungsforschung-bmbf.de/de/762.php
SchlagwörterMathematikunterricht; Grundschule; Schüler; Schuljahr 03; Strukturieren; Kompetenz; Deutung; Anschauungsmaterial; Strukturierendes Lernen; Visuelles Lernen; Deutungsmuster; Kontext; Sinngebung; Objektbezug (Psy); Erkenntnistheorie; Interpretationsmethode; Klinisches Interview; Interview; Intervention; Deutschland
Forschungs-/FörderprogrammRahmenprogramm zur Förderung der empirischen Bildungsforschung (EBF)
Schwerpunkt: Promotionsförderung für Nachwuchswissenschaftler/-innen - Empirische Fundierung der Fachdidaktiken
FörderungBundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Förderkennzeichen01JG0923
Inhaltliche AngabenDie klinischen Interviews wurden mit 22 Kindern an zwei Grundschulen in zwei verschiedenen Klassen des dritten Jahrgangs (2. Halbjahr, heterogener Sozialstatus) durchgeführt. Die Durchführung der Interviews erfolgte in Form von Präinterviews und Postinterviews jeweils vor bzw. nach einer Interventionseinheit à 10 Unterrichtsstunden. Alle an den Interviews beteiligten Kinder haben an den Interventionsstunden teilgenommen. Bei den teilnehmenden Kindern wurde auf ein möglichst heterogenes Leistungsspektrum im Fach Mathematik geachtet (nach Aussage der Fachlehrkraft für Mathematik).
UntersuchungsdesignQuasi-Experimentelles Design
Längsschnitt
Details: Interventionsstudie
Erhebungsmethode(n)Interview: Persönliches Interview
Untersuchungsgebiet (geogr.)Deutschland (Nordrhein-Westfalen); Raum Köln
UntersuchungseinheitSchüler
Population / StichprobeGrundschulen (N=2); Grundschüler der Jahrgangsstufe 3 (N=22; Schule A: n=13; Schule B: n=9)

Forschungsdaten und -instrumente

Qualitatives Datenmaterial zur Interviewstudie
Art der DatenQualitatives, nicht oder gering standardisiertes Datenmaterial
Archivierende EinrichtungForschungsdatenzentrum Bildung am DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation (FDZ Bildung)
ZugänglichkeitNicht verfügbar
Erhebungszeitraum10.01.2011 - 31.03.2011
ErhebungsverfahrenInterview; Persönliches Interview
Anmerkungen zu den DatenDem FDZ Bildung wurden transkribierte Interviewausschnitte sowie Schülerdokumente (bearbeitetes Anschauungsmaterial) übermittelt. Die Daten werden am FDZ Bildung ausschließlich gesichert. Eine Beantragung für Re- und Sekundäranalysen ist derzeit nicht möglich. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die archivierende Einrichtung.

Publikationen

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

Downloads und Links

nicht verfügbar

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