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Autor: Lehmann, Jürgen
Titel: Auswirkungen der Computernutzung durch Jugendliche in Schule und Freizeit. Ergebnisse einer empirischen Untersuchung.
Quelle: In: Zeitschrift für Pädagogik, 35 (1989) 2, S. 241-259
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Sprache: deutsch
Dokumenttyp: online; Zeitschriftenaufsatz
ISSN: 0044-3247
URN: urn:nbn:de:0111-pedocs-145125
Abstract: Der Verfasser ist Mitarbeiter im Institut fuer die Paedagogik der Naturwissenschaften an der Universitaet, Kiel. Er legt hier einen Zwischenbericht vor ueber eine Befragung von Jugendlichen zum obengenannten Thema (vgl. auch das entsprechende Bildungsforschungsprojekt in diesem Heft 10/89 KMK Dok). Die vorliegende Auswertung wendet sich vor allem den sozialen Folgen der Computernutzung durch Jugendliche zu. Befragt wurden 16jaehrige Schueler. Sie hatten bis zu maximal vier Jahren Erfahrung mit Computern. Anhand der empirischen Daten wurden einige Befuerchtungen ueber negative Auswirkungen einer Beschaeftigung mit dem Computer ueberprueft. Dabei zeigte sich z.B., dass sich die These von steigender Isolation und Vereinzelung bei zunehmender Computernutzung so nicht aufrecht erhalten laesst. Die Computernutzung ist vielmehr auf lange Sicht "sozialkontaktneutral". Fuer die Mitgliedschaft in organisierten Gruppen fanden sich keine negativen Einfluesse. Allerdings sinkt die Musikgruppenzugehoerigkeit etwas. Die These, dass Computernutzung zur Passivierung des Lebensstils fuehrt, konnte ebenfalls nicht bestaetigt werden: Passive Freizeittaetigkeiten wie "Ausruhen" oder "Musikhoeren" hatten keine Beziehungen zur Computernutzung. Die Befuerchtung, dass der visuelle Lebensstil durch den Computer zunehmen wuerde, ist ebenfalls so nicht haltbar: Das Lesen schriftlichen Materials scheint zwar von der Beschaeftigung mit dem Computer ueber die Zeit hin tatsaechlich unterdrueckt zu werden. Der Konsum von Fernsehen und Kino ist jedoch unerheblich mit der Computernutzung verbunden. Die Befuerchtung, dass die gesellschaftliche Problemorientierung bei steigender Computernutzung nachlassen wuerde, bestaetigte sich nicht. Die jugendlichen Computernutzer lesen sogar etwas haeufiger als ihre nicht den Computer nutzenden Altersgenossen Tageszeitungen oder verfolgen Politik, Wissenschaft, Natur und Umwelt im Fernsehen. Dabei ueberwiegen allerdings Verhaltensweisen des Hoerens, Lesens oder Schauens im Gegensatz zu Beteiligung an politischen Gruppen. Auf jeden Fall kann aber die These vom Nachlassen der gesellschaftlichen Problemorientierung in den Daten dieser Erhebung als widerlegt gelten. Der Autor meint, dass die vorliegenden Ergebnisse insofern ueberraschend sind, als es kaum glaublich scheint, dass eine so stark genutzte technische Innovation wie der Computer kaum Auswirkungen auf das soziale oder kulturelle Leben junger Leute haben sollte. Er aeussert den Verdacht, dass die gegenwaertige theoretische paedagogische Diskussion ueber Auswirkungen der Computernutzung die wesentlichen Dimensionen noch nicht erfasst hat. Moeglicherweise muessten andere Fragen gestellt werden, um die Bedeutung des Computers fuer die Jugendlichen wirklich zu erfassen.
Erfasst von: pedocs
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