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Autoren: Pratsch, Kristina; Ronge, Volker
Titel: Ganz normale Bundesbuerger? Zur Integration von DDR- Uebersiedlern nach fuenf Jahren im Westen.
Quelle: In: Deutschland-Archiv, 22 (1989) 8, S. 904-912
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Sprache: deutsch
Dokumenttyp: gedruckt; Zeitschriftenaufsatz
ISSN: 0012-1428
Schlagwörter: Bildungsbeteiligung; Sozialisation; Leistungsmotivation; Arbeitsverhalten; Übersiedler
Abstract: Professor Dr. Volker Ronge und cand. rer. soc. Kristina Pratsch, beide an der Bergischen Universitaet Wuppertal, berichten hier ueber ihre Begegnung von Uebersiedlerfamilien aus der DDR, die im Jahre 1984 mit der damaligen Uebersiedlerwelle in die Bundesrepublik kamen. Die Familien waren kurz nach ihrer Ankunft zweimal in Abstaenden befragt worrden und jetzt nach fuenf Jahren noch einmal. Bei dieser dritten Befragung war allerdings fast die Haelfte der anfaenglich einbezogenen Familien inzwischen verzogen, also nicht mehr erreichbar. Die Rekonstruktion der Ergebnisse aus den beiden ersten Befragungen deutet nach Ansicht der Forscher darauf hin, dass es sich bei den nicht mehr erreichbaren Familien wohl eher um problematische Integrationsverlaeufe handeln muesse. Naeheres konnten sie aber ueber diese Familien nicht mehr in Erfahrung bringen. Bei den Familien hingegen, die bei der kuerzlich durchgefuehrten dritten Befragung einbezogen werden konnten, hat sich der bereits anfaenglich erkennbare positive Integrationsverlauf verfestigt. Diese "erfolgreichen" Uebersiedler verstehen sich als "ganz normale Bundesbuerger". Sie haben eine Beschaeftigung gefunden, wenn auch zum Teil unterhalb ihrer Qualifikation. Keine der Familien ist auf Arbeitslosenunterstuetzung oder andere Sozialleistungen angewiesen. Auch in Familien mit Kindern sind jeweils beide Ehepartner berufstaetig. Dieses Muster, das die Uebersiedler aus der DDR, wo es den Normalzustand bildet, mitgenommen haben, traegt hier zur raschen Konsolidierung und Entwicklung ihres Lebensstandards bei. Was die Ausstattung der Wohnung betrifft, ist bei den Befragten durchweg von der Einbaukueche bis zum Videorecorder alles vorhanden. Nach eigenen Angaben haben die Uebersiedler dies alles durch harte Arbeit, sparsame Lebensweise und gezieltes Kaufen erreicht. Der einzige Luxus, den sich die Uebersiedler leisten, sind Urlaubsreisen ins europaeische und sogar aussereuropaeische Ausland. Die Forscher meinen, was die Einstellungen der Uebersiedler zu Arbeit und Lebensqualitaet betrifft, so erinnern die Aussagen und Verhaltensweisen an jene materiell dominierte Werthaltung, die fuer die Bundesrepublik der fuenfziger Jahre kennzeichnend war. Etliche der noch als Schueler in den Westen gekommenen Kinder au diesen Aussiedlerfamilien haben inzwischen eine Lehre begonnen. Einige davon wollen spaeter studieren. Uebersiedlerkinder, die zur Zeit das Gymnasium besuchen, beabsichtigen in der Regel ebenfalls zu studieren. Ihre Eltern betonen, dass die Moeglichkeit der hoeheren Schulbildung bzw. des Studiums fuer ihre Kinder in der DDR nicht - oder genauer nur unter nicht gewollter Inkaufnahme von Wehrdienstverpflichtung oder Mitgiedschaft in bestimmten Massenorganisationen - moeglich gewesen waere. Der Gesichtspunkt, den Kindern eine gute, etwa akademische Ausbildung zu ermoeglichen, spielte in der Uebersiedlungsmotivation dieser Eltern in der Regel eine Rolle, bildete aber nicht den einzigen Aspekt. Schwierig ist es fuer die Uebersiedler, in der Bundesrepublik neue Freunde zu finden. Die Kinder tun sich da leichter. Am Arbeitsplatz stossen die Uebersiedler nach eigener Darstellung aufgrund ihrer Strebsamkeit und ihres in so kurzer Zeit erreichten Lebensstandards teilweise auf Ablehnung. Vielen fehlt schlicht die Zeit, sich aktiv um Kontakte zu bemuehen. Auch der von vielen gesprochene saechsische Dialekt wird als Handicap empfunden. Dennoch bereuen die befragten Familien nicht, in die Bundesrepublik gekommen zu sein. Die meisten bedauern, dass sie nicht schon eher gekommen sind.
Erfasst von: Sekretariat der Kultusministerkonferenz, Bonn
Update: 1998_(CD); 2001/1
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