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Autor: Braeuer, Bernd
Titel: Abschied von den KJS (Kinderund Jugendsportschulen)?
Quelle: In: Dialoge, (1990) 1, S. 22-24     Pfeil auf den Link... Verfügbarkeit 
Sprache: deutsch
Dokumenttyp: gedruckt; Zeitschriftenaufsatz
Schlagwörter: Begabtenförderung; Leistungssport; DDR
Abstract: "Dialoge" ist eine neue Zeitschrift im Friedrich Verlag in Velber. Sie ist als gesamtdeutsche Lehrerzeitschrift gedacht und laesst Erziehungswissenschaftler aus Ost und West zu Worte kommen. Im vorliegenden Aufsatz stellt Dr. Bernd Braeuer, Leipzig, die Kinder- und Jugendsportschulen (KJS) vor und weist auf die Kritik hin, die diese Schulen - bisher Kaderschmieden des Leistungssports - zur Zeit erfahren. KJS sind Spezialschulen in Internatsform zur Foerderung sportlich begabter Kinder und Jugendlicher fuer den Hochleistungsport. Es existieren etwa 25 solcher Schulen, meist in Grossstaedten, mit insgesamt etwa 10.000 Schuelerinnen und Schuelern. Die Kinder und Jugendlichen, die am Ende eines Trainingsjahres die normierte sportliche Leistung nicht erreichen, haben in der Regel die Spezialschule wieder zu verlassen. Der Tagesablauf der Maedchen und Jungen ist durch den mehrmaligen Wechsel von hartem Training und Unterricht zwischen 7 und 19 Uhr bestimmt. Das Training ist auf sportliche Hoechstleistung ausgerichtet. Kritisiert wird jetzt an diesen Schulen, dass sie die Kinder den unerbittlichen Anforderungen des Leistungssports preisgegeben haben und dass die Kinder von der Umwelt abgeschirmt wurden. Es gibt aber auch andere Meinungen. Zitiert wird z. B. die Ansicht von Hans-Joerg Klein, des amtierenden Praesidenten der Akademie der Paedagogischen Wissenschaften, der den besonderen Vorzug der KJS in der Wechselwirkung von schulischer Allgemeinbildung, beruflicher Orientierung der Kinder und Jugendlichen und leistungssportlicher Ausbildung sieht, wobei er allerdings die Uebermacht des Sports als Defizit bezeichnet. Das Zitat des amtierenden Praesidenten geht woertlich weiter: "Fuer mich stellt sich nicht die Frage, ob man die KJS in der DDR abschafft, sondern vielmehr, ob man in der BRD KJS schafft. Auch mit Blick auf die Olympiade." Viele Lehrer in den KJS setzen auf paedagogische Reform. Zitiert wird ein Vertreter der Initiativgruppe KJS- Erneuerung, der deutlich macht, dass die individuellen Interessen der Kinder staerkere Beachtung finden muessen. Man habe sogar angeboten, westdeutsche Kinder in KJS aufzunehmen und zu foerdern. Obwohl nicht abzusehen ist, was in Zukunft aus diesen Spezialschulen wird, so meint der Autor des vorliegenden Beitrags doch, dass die vom Leistungsport beherrschte Einheits-KJS schon bald Geschichte sein duerfte.
Erfasst von: Sekretariat der Kultusministerkonferenz, Bonn
Update: 1998_(CD); 2001/1
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